Project Description

Vor dem Abflug

Ich war gut im Zeitplan. Zumindest dachte ich das bis vor 3 Wochen. Ich wollte die Geschichten der Reisen der vergangenen Jahre fertig schreiben. 5 hab ich geschafft. Ständig kam etwas dazwischen. Stromanbieter, Zimmer untervermieten, Impfungen,  E-Mails schreiben, Laufzettel im Krankenhaus abarbeiten, Kater…

Ich war ziemlich genervt. Die Woche vor dem Abflug rückte immer näher und meine „To-Do-Liste“  wurde stetig länger anstatt kürzer.

Eurowings schrieb mich 5 Tage vor Abflug an: „Ihr Flug von Hamburg nach Köln-Bonn verschiebt sich von 12.20h auf 13.10h. Wir befürchten, sie werden ihren Anschlussflug nach Bangkok nicht rechtzeitig erreichen. – Bitte melden sie sich beim Service-Telefon.“

 Ankunft nach  Umbuchung in Köln: 14.15h. Abflug nach Bangkok: 14.10h

-JA. Das BEFÜCHTE ich auch.

Am Servicetelefon: „Dafür haben wir noch keine Lösung, bitte schreiben sie eine E-Mail an diese Adresse. Das geht schneller.“

E-Mail geschrieben. Antwort: „Wir bedauern sehr, das die Bearbeitung ihrer Anfrage momentan 6-8 Wochen dauern kann. Bitte melden sie sich beim Servicetelefon.“

6-8 Wochen? Da wollte ich schon braungebrannt „Tom Ka Gai“ essen und „Singha“ trinken.

Ich lies ihnen bis Montag Zeit und konnte dann auf 10.20h umbuchen.

2 Abende vor dem Abflug ging ich noch aufs „Beginner“ Konzert, ein richtig guter Abschluss für Hamburg. Kristina, meine Freundin, die ich  vor 2 Jahren in Guatemala kennenlernte,  kam dafür extra aus Berlin.

Dienstag Morgen. Kristina fuhr nach Hause. Ich dachte an „Packen, Mittagschlaf, Glühwein mit Freunden“. Doch jetzt  war meine Festplatte vom Netbook kaputt. Der Computerdoc baute mir eine Neue rein, und ich bekam ein neues Betriebssystem. Ein Freund installierte noch Lightroom. Einige Ordner mussten wieder drauf. Meine Wäsche war derweil im Waschcenter im Trockner. Ich ging zur Bank, doch meine neue Visakarte war gesperrt. Während ich in der Warteschleife des Servicetelefons meiner Bank hing, checkte ich meine E-Mails. Eurowings: „Bitte checken Sie für ihren Flug um 13.10h nach Köln ein.“ Was? 13.10h – Ich dachte das wär geregelt.

Ich schaute meine „To Do Liste“ an. Und schmiss sie in den Müll.

Ich war total  genervt. Ich fragte mich, warum ich mir das antue und bekam plötzlich Zweifel. Ich hatte nur ein One-Way Ticket. Meine Jobs gekündigt, meine Wohnung für mindestens 6 Monate untervermietet. Verdammt. Das war das, was ich immer wollte. Kein Zeitdruck. Kein Abflugort. Frei Reisen- dahin, wohin der Wind mich treibt. Warum konnte ich mich plötzlich nicht mehr freuen? Ich schaute mich in meinem leeren Zimmer um. Meine Laune war im Keller, meine Vorfreude irgendwo in der  Sofaritze und meine Zweifel saßen auf meinem Schreibtischstuhl.

Es war kurz vor 19.00h.  Ich hatte noch nicht mal gefrühstückt.  Ich war mit meinen Freunden auf dem Weihnachtsmarkt verabredet. Schon beim ersten Glühwein hebte sich meine Stimmung. Es war so lieb, dass sie Alle nochmal kamen. Ich war betrunken und das Reisefieber kehrte zurück.

Tag X – Der Abflug

Der Kater war in etwa so schlimm, wie der Tag zuvor.

8h Morgens. Nina brachte mich zum Flughafen. Ich wollte etwas früher dran sein. Die Check-In Sache war noch nicht geklärt. Ich war mir fast sicher, dass es mit der Umbuchung nach Probleme geben würde. Ich behielt Recht. Am Schalter sagte mir die Junge Dame, dass ich für den 13.10h Flug gebucht sei. Und auch nur nach Köln. Ich zeigte ihr meine Umbuchungsbestätigung. Sie telefonierte. Mit der Eurowings-Zentrale. Mit Köln. Dann mit ihrem Chef. Sie sagte: „Es hat geklappt. Ob das mit dem Gepäck funktioniert, wäre ich mir noch nicht so sicher.“ Ich dachte nur- „“Abstriche muss man wohl machen, wenn man für 180 € nach Bangkok will“ und gab meinen Backpack auf.

Dann wurde beim Boarding meine Bordkarte gescannt: „Sie sind für diesen Flug nicht gebucht.“ Wieder einige Telefonate, alles von vorn. Dann druckte sie mir neue Bordkarten. Jetzt hatte ich 2 für Bangkok.

Im Flugzeug nach Bangkok…

… lernte ich Dimitri kennen. Er sass neben mir und fragte mich: „Alles ok bei dir?“  Ich muss ganz schön zerstört ausgesehen haben. Die Fluggesellschaft war der Knaller. Das Bordprogramm kostete extra und auf den „billigen Plätzen“ blieben die Bildschirme schwarz. Ich schaute mir „About Schmidt“ auf meinem Netbook an. Ab einer Beinlänge von einem halben Meter hatte man Pech. Dank der Nacht zuvor konnte ich dennoch gut schlafen. Mit meinem aufblasbaren Nackenkissen und eingewickelt in meinem Ponchoschal rutschte ich von einer Arschbacke zur Anderen.

Der Flug ging unerwartet schnell vorbei. Ich lieh mir Dimitris Reiseführer und las mir meine Möglichkeiten durch. Ich wollte schnell aus dem hektischen Bangkok raus. Ich liebe diese Stadt. Aber wenn ich aus dem stressigen Alltag komme, kann ich das wilde Treiben dort nicht geniessen. Bangkok ist immer wieder Anlaufstelle, egal in welche Richtung es weitergeht.

Ich wollte an Phuket vorbei. Bereits im Flieger konnte man an den Tennissocken und den Sandalen ablesen, wer Phuket oder Pattaya als Ziel hatte. Je schlimmer der Gesichtsausdruck, desto grösser die Wahrscheinlichkeit. Ich wollte wenig Touristen sehen, schon recht nicht Solche. Ich wollte Locals. Ich entschied mich für „Chanthaburi“ im Osten des Landes. Dimitri beschloss, mitzukommen.

Angekommen am „Suvarnabhumi Airport“ in Bangkok war es ungewöhlich still. Wir nahmen den Skytrain und führen damit zur Haltestelle „Ramkhamheang“. Wir dachten, wir könnten von hier aus zur „Ekkamai-Bushaltestelle“ laufen. Wir fragten, wie wir dort hin kämen. Nach der mehrfachen Aussage „5 km“ entschieden wir uns für ein Taxi für 100 Baht (2,65€).  Das Ticket nach „Chanthaburi“ kostete uns 4,75€ für 4 Stunden Busfahrt. Um 11 ging der Bus. Wir hatten noch 1 Stunde Zeit vor der Abfahrt und gingen gegenüber zu den Foodständen. Es gab Reis mit Hühnchen, Lemongras, Ingwer und Chilli. Selbst so ein einfaches Gericht schmeckt hier so unglaublich, das sich alle Geschmacksnerven freuen.

Ich war todmüde. Der Bus war voll mit Thais. Ich schlief die Fahrt über durch.

Im Reiseführer hiess es, es gäbe nur ein Guesthouse, sonst nur teurere Hotels.

Chanthaburi

Wir checkten ins „The River Guest House“ ein. Die günstigsten Zimmer waren voll, also bekamen wir eins für 190 Baht und eins für 280 Baht. (5,05€/ 7,45€)

Das Guesthouse liegt direkt am Fluss, neben einer viel befahrenen Brücke. Schaut man von der Terrasse auf den Fluss, strahlt dieser eine angenehme Ruhe aus. Links davon kann man den Trubel der Stadt erahnen. Im Hintergrund läuft abwechselnd „Celine Dion- My heard will go on“, „Big, big girl“ und „Aerosmith“ mit „I don´t want to miss a thing“ . Diese Reihenfolge und dann wieder von vorn. Geht man raus auf die Märkte, kann man sich „Celine Dion“ Fan-Shirts kaufen. Das Leben spielt sich auf der Strasse ab. An jeder Ecke findet man an unzähligen Ständen Köstlichkeiten. Geröstete Kokosnuss in Bananenblättern, Currys, Suppen, die nach Thaiminze und Lemongras duften, Früchte mit unglaublich intensiven Geschmack und Farben. Ein Topf reiht sich neben dem anderen und der Dampf dieser Gerichte steigt einem in die Nase. Wenn man fragt was es ist, wird gelächelt und der Deckel geöffnet.Mehr bringt man kaum in Erfahrung. In diesem Ort gibt es kaum Touristen, ein paar Inder sieht man ab und zu, die sich für den Edelsteinmarkt interessieren, für die dieser Ort bekannt ist.

Diese Strasse ist ein MUSS. Hier werden Edelsteine gehandelt. Es wird eingekauft und gegessen.

Kleine Werkstädte, überfüllte Garagen mit sämtlichen Krimskrams, Leute am Schweißen, Basteln, Bauen und Kochen.

An jeder Ecke gibt es unglaublich vieles zu entdecken. Die Thais hier sind unglaublich freundlich. Durch die Strassen zu schlendern ist hier sehr angenehm. Keiner drängt dir etwas auf.

An einem Kleinen Stand, der zu einer Rollerwerkstatt gehörte gab es Eiskaffee. Wir bestellten zwei. Die Jungs der Werkstatt zeigten auf die Plastikstühle in einem kleinen Eingang der seitlich zum Garten führte. Einige Zeit später fragten wir uns, ob sie unsere Bestellung verstanden hatten. Die Jungs tackerten weiter Leder auf die Rollersitze. Dann kam eine junge Frau mit ihren Kindern auf einem Roller angefahren. Sie hiess Tatiana und ihr gehörte der kleine Stand. Sie bereitete uns den besten Kaffee zu, den ich je getrunken hatte. „Tatiana Coffee“ in „Chanthanimit“. Wir sassen dort gute 2 Stunden. Ich war angekommen.

Chanthaburi Countryside

Wir ließen uns von der Stadt treiben, schlugen einen Weg nach dem anderen ein. Bis wir an den Rand des Ortes kamen.

Schule in Chanthanburi

Am Nachmittag hatte ich fürchterliche Bauchkrämpfe. Ob es an den Zigaretten, der Umstellung, der Schärfe oder am Wasser lag, weiß ich nicht.

Ich ging mit Dimitri nochmal um den Block als es besser wurde. Er hatte Hunger und wir kamen zu einem Food-Court an dem es eine Unglaubliche Auswahl an Essen gibt. Alles was man sich nur an thailändischer Küche, Getränken und süssen Leckereien, Früchten und Gemüse vorstellen kann.Die Auswahl ist riesig und man bekommt überall leckeres Essen für unter einem Euro. Der Markt heißt “ Chatuchak Chanthaburi“ und liegt hinter dem „Rainbow City Plaza“ und dem „Robinson“.

Eine Küchenstation reiht sich an die Nächste.

Chatuchak Market ist bei den Locals sehr beliebt. Davor sammeln sich tausende Roller.

Mir war leider gar nicht nach Essen. Es ging wieder los. Der Markt hatte nur Stehklos. Challenge accapted.

Ich ging danach ins Bett und schlief bis am nächsten Morgen um 11h. Ich hatte es wohl nötig. Draussen brannte bereits die Sonne und wir fuhren zum Phliu Wasserfall per Anhalter.

Alangkon Chedi und Phliu Wasserfall

Der Phliu Wasserfall liegt etwa 20 km ausserhalb Chanthaburi in Richtung „Trat“.  Ein freundlicher Herr, der kein Wort Englisch sprach, räumte seine Pakete zur Seite und lies uns in sein Tuk Tuk  einsteigen. Heute ist Samstag, und viele Locals waren hier bei einem Ausflug. Der Wasserfall befindet sich im „Namtok Phliu National Park“. Angeblich soll es hier sogar noch einen Tiger geben. „Leider“ sind wir ihm nicht begegnet.

Im Wasser befinden sich unzählige Fische. Eine Karpfenart, sagte man mir. Geht man den Trail nach oben kommt man an den „Chulasira Chumpot Chedi“ (Alangkon Chedi). König Rama V kam mit seiner Frau  1874 an diesen Ort und die Königin „Sunata Kumereerat“ war begeistert von der Schönheit dieses Platzes. 2 Jahre später ließ er für sie hier „Alangkon Chedi“ bauen.

„Chulasira Chumpot Chedi“ (Alangkon Chedi)

Der Eintrit kostet hier 200 Baht. Und so schön es war, die lachenden Thais bei ihrem Badetag zu beobachten, war mir die Stelle am Wasserfall zu voll und wir gingen im Park weiter runter. Dort war es etwas steiniger und steiler, weshalb sich niemand runter traute. So war niemand an diesem schönen Becken, voll mit Fischen, die im satten Blau schwammen, Das Wasser plätscherte von Becken zu Becken.

Ein Stein war in Form eines Liegestuhls. Dort legte ich mich hin und genoss die Ruhe.

Morgen, gehts runter ans Meer, so der heutige Plan. Jetzt mach ich mir erst nochmal ein kühles Singha auf….

Chao Lao Beach

Vom Parkplatz aus wird der kürzeste Weg gewählt, deshalb staut sich alles dort vorne am Strand. Ich muss jedes mal etwas drüber schmunzeln. Die Asiaten, egal in welchem Land ich bisher war, tragen ständig schwere Sachen, auf ihrn Kopfen, in ihren Händen und auf ihren Schultern. Die kleinsten Menschen, immer mit den größten Taschen und schwersten Gewicht dabei. Doch wenn man nach dem Weg fragt, heißt es immer ( und nicht nur von den Taxifahrern) „viel zu weit, viel zu weit- nicht möglich zu Fuss“ . Und wenn man dann fragt wieviel Kilometer heißt es sowas wie „Ahhhh, 800 meter, 20 minutes-too far, not possibl by feet“. Jeder Meter wird mit dem Roller gefahren.

Mittlerweile ist ne knappe Woche vergangen. Ich sitz in der „Rasta View Bar“ in Ko Chang, Bang Bao im Süden der Insel.

Aber erst noch ein paar Worte zu Chanthaburi. Die Stadt war derart großartig für mich, dass ich noch ein paar Worte drüber verlieren möchte.

25 km von Chanthaburi entfernt liegt der Strand „Chao Lao“.  Verrückt dort. Der Strand ist wunderschön. Wenn man reinkommt ist man erstmal enttäuscht. Reihenweise Tische und Bänke, ein Restaurant reiht sich am Nächsten. Doch es war alles leer. Trotzdem gingen wir etwas am Strand entlang keine 3 Minuten und dort war nichts. Einfach traumhaft. Ich schlief ein mit einer Tube Sonnencreme verteilt auf dem Rücken ein. Als ich 4 Stunden später aufwachte, konnte man sehen. wie sich der Strandabschnitt vorne mit hunderten Thais füllte. Es war Sonntag und sie kamen mit ihren riesigen Töpfen Reis und Gemüse hierher zum Picknicken und bestellten sich frischen Fisch, Shrimps und Oktopus dazu.

Die frischen Meeresfrüchte waren mega lecker und wurden direkt von den Fischerbooten in die Küchen gebracht.

In Chanthaburi gibt es unglaublich viele Tempel und Shrines. Aber um ehrlich zu sein, kann ich keine kitschigen Rot-Goldenen Tempel mehr sehen. Ich bin auf der Suche nach Begegnungen mit Leuten, Geschichten und sinnvollen Projekten, bei denen ich was bewegen kann. Wenns auch nur ein Tropfen auf dem heißen Stein ist.  Ich hab in Deutschland das Gejammer satt. Leute die ersticken in ihren Luxusproblemen- dabei geht es uns so gut. Verblüffend ist, dass sich diejenigen, die wirklich nichts haben, meist nur eine Wellblechhütte,  die mit mehreren Generationen geteilt wird. Sie beschweren sich nicht, sind zufrieden  und haben meist ein Lächeln auf den Lippen.

Ko Chang Bang Bao

Ich bin jetzt fast zwei Wochen unterwegs. Aus den 2-54 Wochenwerden mindesten 3 bis.

Dimitri und ich wohnten bis zum 21.12  im Cliff Cottage in Bang Bao, im Süden der Insel Ko Chang. Wir haben hier ein Mongolisches Zelt über den Klippen mit Blick aufs Meer. Unsere Matratze dort hat 264 Federn. Ich hab festgestellt, das ich langsam zu alt werde für solche Matratzen und Backpack tragen. Tanzen hilft um den Rücken wieder zu lockern.

Als ich hier ankam, dachte ich erst „Fuck“. Wir fuhren mit einem Pick Up Taxi zu unserer Unterkunft. Der Anlegepier liegt im Norden der Insel. Man konnte die Schönheit der Insel erahnen, wie sie gewesen sein muss, bevor der Tourismus überhand nahm. Wo einst Urwald und Palmen die Insel zierten, standen jetzt Stände mit aufblasbaren Wasserschwimmtieren und Burgerläden.

Ich war ganz glücklich, das wir dort vorbeifuhren  und die letzten im Taxi waren, die ausstiegen.

Hier in Bang Bao ist es deutlich ruhiger als auf der Westseite der Insel. Auch hier gibt es einige Resorts, aber die Leute hier sind entspannter und nicht so auf Whiskey aus Eimern saufen aus, wie in den Dörfern davor. Die Strände dort nennen sich z.B. „Lonely Beach“ oder „White Sand Beach“. Und, tatsächlich, sie sind wunderschön, aber sobald man Strände solche Namen gibt, sind sie nicht mehr ganz so „lonely“, und wenn überall Handtücher liegen, ist vom „White Sand“ nicht mehr viel zu sehen.  Ich persönlich würde meinen Strand „Brown mud with dirty Water“ nennen.

Mein Tipp: Kong Koi Beach

Klong Koi Beach Bang Bao

Bang Bao Pier

In Bang Bao gibt es einen Pier, der zu einem Leuchtturm führt. Ich dachte erst, das ist jetzt die „Stadt“ . Der Weg dorthin füht durch eine Art „Markt“, und wenn man ein paar Meter reingeht, möchte man am liebsten umdrehen. Hier gibt es sämtlichen Schnickschnack der das Touristenherz höher schlagen lässt. Dinge, die man überall findet, Schnitzereien aus Massenproduktion, Schwimmflossen, Armbänder, einfach alles, was man NICHT braucht.

 

 

Trotzdem ist es wert, mal einen Blick links und rechts zwischen den Ständen zu riskieren. Der Pier ist am vorderen Teil auf Holzpfosten aufgebaut. An den Seiten gehen kleine Wege zu den Wohnungen der Leute.

Am Ende des Piers, wenn man den Teil hinter sich gebracht hat, wird es plötzlich schlagartig still, wenn nicht gerade die Tourenboote zurückkehren. Dort sitzen die Fischer, bewaffnet mit Angelschnurren  und einem simplen Haken, den sie ins Wasser halten. Ich hab mich dazugesetzt und mehrere Stunden mit gewartet. Nichts passierte, die Jungs hatten eine Engelsgeduld. Nach 3 Stunden stand einer auf: „No fish today“- ging los und kam mit Reis mit Curry zurück. Sagen wir so, in den Chilis waren Spuren von Reis erkennbar.

Sie boten mir was an. Ich probierte. Das war so verdammt scharf, dass ich mich unmittelbar verabschieden musste.

Doch Bang Bao geht weiter der Straße entlang zum Klong Koi Village. Auf dem Weg dorthin sind viele süße gemütliche Bars.

Die ersten Tage war ich nur am Relaxen. Meist in der Hängematte  vor unserem Zelt im „Cliff Cottage“ und sah den Affen zu. Die waren überall, oft trugen sie ihre Babys bei sich. Nichts durfte man liegen lassen, alles klauten sie. Sie öffneten unser Zelt, zerflatterten Dimitris Wäschesack und nahmen seinen Tabak mit in die Baumkronen.   Der Ausblick von dort war herrlich, vorne das Meer, hinten der Dschungel. Der Platz dort oben am Zelt war traumhaft. Ging man zum Restaurant runter, mochte ich das Resort nicht. Die Leute verbrachten hier ihren gesamten Tag dort, grölten -meist auf deutsch.

Unser Zelt im Cliff Cottage

Um Ruhe zu haben, war die Hängematte vor unserem Zelt genau richtig. Ich hatte die Wochen vor meinem Abflug kaum geschlafen, viel gearbeitet und musste viel erledigen. Ich brauchte das irgendwie 3 Tage nichts zu tun und runterzufahren. Mein Körper holte sich den Schlaf zurück.

Am vierten Tag liehen Dimitri und ich einen Roller. Erst hatte ich etwas Schiss, da Ko Chang sehr viele steile Berge und scharfe Kurven hat. Deshalb machte ich erst eine Proberunde und es war halb so wild. Wir wollten einmal um die Insel rum in Richtung Long Beach. Vorbei an den überfüllten Dörfern auf die östliche Seite der Insel. Auf dem Weg kommen mehrere Wasserfälle. Niemand war dort.

Der Osten der Insel ist ziemlich unbewohnt und der Zugang zum Meer ist meist felsig. Trotzdem lohnt es, mit einem Roller die Küste abzufahren und auf dem Weg bei einem der vielen Wasserfällen zu halten.

Der Strand am „Ende“ der Insel, „Long Beach“ ist ganz schön verdreckt. Eigentlich wollte ich dort schwimmen gehen, hab mich dann entschieden Müll zu sammeln.

Long Beach- Klingt schöner als es ist

Wasserfälle in Ko Chang:

In Ko Chang gibt es unzählige Wasserfälle, die meisten sind mit dem Roller gut erreichbar und oft  unbesucht. Ein paar kosten Eintritt, und hier tummeln sich die meisten Leute. Ich bin für die ruhigeren.

Auf dem Weg machten wir halt an einer  Suppenküche. Die Kinder der Schule gegenüber hatten gerade  Mittagspause und saßen mit uns beim Essen. Es gab Glasnudelsuppe mit Hühnchen. Meist hat man keine Wahl, es wird ein Gericht angeboten.

Ich liebe das Essen dort, weil es immer so authentisch und original  schmeckt, meist sind die Gerichte in den Restaurants dem Europäischen Gaumen angepasst. Ich mags scharf. Und solang kein Rosenkohl, Papaya oder Lakritz drin ist, wird’s gegessen.

Mein neues Zuhause – Rasta View Bar

Eigentlich wollte ich nur eine Woche hier in Ko Chang bleiben. Es hieß, die Preise gehen über Weihnachten Silvester ganz schön an die Decke. Ich hab die Jungs in der „Rasta View Bar“ kennengelernt. Eine der  gemütlichen Reggae Bars, die auf dem Weg vom Zentrum Bang Baos zum Strand liegt. Die mit dem meisten Flair ist meiner Meinung nach die Rasta View Bar, in der ich seit einigen Tagen abhänge und auf den Sitzmatten den Blick aufs Meer genieße.

Blick von der Bar bei Tag….

…. und bei Nacht

Die Jungs haben mir über die Feiertage ein Zimmer für 150 Baht (4 €) angeboten und gefragt ob ich Weihnachten mit ihnen feiern möchte.

Dimitri ist heute morgen nach Bangkok zurückgefahren, da sein Freund zu Besuch kommt. Er war eine seltsame aber unglaublich liebenswerte Reisebegleitung. Wir hatten nicht immer den gleichen Rhythmus. Er war eine Mischung aus mal „ruhelos mit Hummeln im Hintern“ und „Komm ich heut nicht, komm ich morgen, mal schauen“. Ich ging spät ins Bett, er wachte morgens sehr früh auf und war auf der Suche. Nach was genau, wusste er glaub selbst nicht immer. Er erzählte mir aus seinem Leben und von seinen Reisen. Er hatte schon viel gesehen. Seine Geschichten waren spannend. Er kannte sich allen möglichen Insekten aus, am liebsten würde er im Dschungel wohnen für einige Zeit und alles beobachten was kreucht und fleucht. Es war sehr angenehm, die ersten Tage mit ihm zu verbringen.

Doch jetzt ist er weg und ich hoffe, er findet irgendwann was er sucht. Ich bin gestern umgezogen. Ich fragte im Cliff Cottage wievielein Taxi rüber zur Bar kostet. Als sie sagten 100 Baht (der Weg bis hoch in den Norden kostet 150 Baht) hab ich beschlossen mit meinem Backpack die 4 km zu Fuss zu gehen. In der Mittagssonne. Ich hab geflucht nach den ersten Kilometern und kam tropfnass in meinem neuen zuhause an.

Wir waren am Vortag am Strand feiern und ließen die Roller stehen. Wir trafen Hans und Agnes, ein älteres nettes Paar aus Nürnberg, die ihren Jahresurlaub hier verbrachten. Ich erzählte, dass ich mich bei einem Tagesbudget von 10-14 Euro halten muss, und das das ganz gut klappt hier. Ich hatte niemals ein leeres Bier, dafür sorge Hans. Der  Abend war großartig und ich wackelte nachts  betrunken die Strecke mit Dimitri heim. Auf halben Weg nahm uns ein Auto ein Stück mit. Darüber war ich sehr dankbar. Um 11 Uhr war check out im Cliff Cottage. Und als ich mit meinem Rucksack ankam war ich tot. Ich hatte nen Kater so groß wie ein Tiger, suchte auf der Terrasse nach Schatten, und beschloss dann schlafen zu gehen und steckte den Van ein.  Bis Neujahr wohne ich nun in meiner kleinen Rot-Gelb-Grünen Holzhütte.

Eigentlich ist hier alles Rot-Gelb-Grün. Die Wände, Tische, Sitzkissen und Lampen. Aus jedem Winkel lacht einen Bob Marley von den Postern an den Wänden an.

Die Abende hier sind recht entspannt und ab und zu entsteht unerwartet eine Party und man geht zusammen an den Strand zu Mister Tee´s Bar. Dort spielt eine unglaublich gute Band Montags, Mittwochs und Freitags. Jeder beherrscht sein Instrument perfekt, richtig fasziniert bin ich von Joey, Mister Tee´s Sohn, der sich das Violine spielen selbst beigebracht hat und ich jedes mal Gänsehaut bekomme, wenn er einsetzt.

Mr. Tee Bar Kong Kloi Village

Jah Jah Land Band

Teilweise wird die Band von einem Didgeridoo  begleitet. Der Typ ist großartig. An Tagen, an denen die Band nicht spielt ist „Open Stage“ und jeder darf spielen. Meist spielt Mr. Tee selbst und wird von seinem Sohn auf der Violine begleitet. Letzte Woche sang seine Frau und seine 6 jährige Tochter. Da flossen bei vielen die Tränen.

Mr. Tee mit seiner Famile…

…. man beachte den süßen Partnerlook der Hosen von seiner Frau und seinem Baby

Rasta View und die Crew

Die Jungs der „Rasta View Bar“ sind mir richtig ans Herz gewachsen. Tagsüber leiht mir Coby seinen Roller wenn ich in die Stadt muss, und Abends laden sie mich an ihren Tisch zum Essen ein, wenn das ganze Personal ist. Coby sieht etwas aus wie Jimi Hendrix mit einem riesengroßen geschnitzen „Peacezeichen“ um den Hals. Er ist ein witziger Typ. Ein Player. Er könnte irgendwas zwischen 20 und 50 sein. Asiaten sind zu schwer zu schätzen und sein Alter passt er dem Mädchen gegenüber an. Er verliebt sich alle paar Minuten wenn ein Mädel die Bar betritt. Und immer die Selben Sprüche. Ich mag ihn gern. Die ganze Crew ist fantastisch „E“ ist etwas schüchterner. und verpasst immer den Moment. Sie sind alle so unglaublich liebenswert.

Die Crew macht es mir sehr leicht, mich hier wohlzufühlen. Ich freue mich schon mit ihnen die Feiertage zu verbringen.

Home is, where you Backpack is.

Meine Tage sind hier sehr entspannt, und ich werde immer entspannter. Meine Tage verbringe ich am Strand oder fahre die Insel ab.

Ich habe mir jeden Tag vorgenommen einen Beutel voll Müll zu sammeln. Oft sind die Locals sich gar nicht drüber im klaren,. was der ganze Müll in der Natur und im Meer anrichtet. Und die Touristen sind kein Stück besser. Die Meere sind voll mit Plastikmüll  oder anderem Entsorgten. Meine Freundin Mimi startet gerade ein Projekt darüber. (Mehr Infos hier unter der Rubrik „Tipps/ Social Projects) .

Ich hab mich in Cambodia für eine Schule beworben und werde Ende Januar dort English unterrichten und ein wenig Aufklärungsarbeit über die Folgen von Plastik in der Natur machen.

Neben Mr.Tee´s Bar gibt es einen StandUp- Paddleboard- Verleih, der die Boards umsonst verleiht wenn man einen vollen Müllbeutel aus dem Meer fischt. „Sub Adventures“ Unglaublich, aber das ist eine Sache von 10 Minuten. Find ich super.

Bis nächstes Jahr bleib ich hier noch in Thailand bis mein Visa am 5. ausläuft. Dann geht’s Richtung Cambodia.

Jetzt muss ich dringend duschen und mich für die Live Music fertig machen.

Die Nacht gestern war großartig. Die Band spielte wieder. Agnes und Hans waren auch da. Aus meinem Vorsatz Wasser zu trinken wurde wieder nichts. Hans sagte dazu, nicht dass er Schuld sei, wenn ich meine Reise um einige Tage verkürzen müsse, wenn ich das Bier selber zahle. Danke dafür!

Ich lief mit Kim heim, ein Mädel, dass aus Kanada kam und auch ein Zimmer dort hatte. Wir quatschten noch die ganze Nacht. Sie hatte ein Date gestern mit einem Thai. Er nahm sie mit, um eine Toilettenschüssel zu kaufen. Als sie das erzählte musste ich Lachen. Sie dachte, sie würden was tolles unternehmen oder auf ein Bier gehen. Doch dann standen sie 3 Stunden in einer Art Baumarkt und er saß Probe und fragte sie nach seiner Meinung.

Man passt sich an.

Toiletten in Asien sind eh so ein lustiges Thema. Wenn man kein Papier einstecken hat, sucht man das „Restaurant“ nicht nach dem Essen aus, sondern ob Papier auf den Tischen steht. Meist ist es eine Box mit einer Rolle Klopapier drin. Auf den Klos selber ist meist nur eine Brause. Wenn man richtig Glück hat, ist es eine Schüssel. Sonst ein Stehklo. Dabei muss man soweit runter, das man trifft, das man denken könnte die Asiaten müssten Oberschenkel wie Gewichtheber haben. Hat man ein Papier mit, fehlt meist ein Eimer. Ins Klo werfen geht aufgrund der Rohre nicht, die sind zu eng. Da steht man oft vor einem Problem. Wohin damit. Am Anfang fühlt man sich noch etwas seltsam, wenn man mit seinem Papier aus der Toilette raus zum nächsten Mülleimer läuft. Aber damit ist man nicht allein. Waschbecken sind auch Glückssache und Seife Luxus. Neben der Toilette gibt es immer ein Wasserbecken, mit einem Eimerchen zum Spülen. Ich hab immer ein Stück Seife einstecken und nehme das als Waschbecken. Man wird erfinderisch. Das Toilettenthema kommt meist irgendwann kurz zur Sprache wenn man gemeinsam am Tisch sitzt.

Witzig fand ich die Version aus Sicht eines Thais zu hören, der zum ersten Mal Thailand verließ. Coby  war vor 5 Jahren in Australien. Ich hab mich gekrümmt vor Lachen. Ihr habt ihn auf den Bildern gesehen. Er musste 4 Mal umsteigen am Flughafen. In Kuala Lumpur angekommen musste er auf Toilette. Er suchte vergebens die Brause mit Wasser, und fragte sich, was die Rolle zu bedeuten hatte. Er sprach einen Typen an, der auch Adelaide als Ziel hatte. Fragte ihn, wie die Klos funktionieren. Der Flughafen überforderte ihn, vor allem, weil man dort mit einer Bahn von Gate zu Gate fährt. Er folgte ihm auf Schritt und Tritt, wenn der Australier auf Klo ging, kam er mit, wenn er was zu Essen kaufte stand er daneben, weil er Angst hatte sich zu verlaufen. Ich stellte mir vor wie dieser Kleine Thai mit seinem riesen Afro, mit Ketten behangen, das Gesicht voller Piercings über mehrere Stunden der Schatten des Australiers war und keinen Ton sagte, weil er sich nicht traute. So rum hatte ich das noch nie betrachtet.

Heute ist Waschtag und es dauert noch etwas. Für 70 Cent das Kilo kann man hier waschen. Und ob es nötig ist oder nicht, alles wird gebügelt.

Ich bin immer wieder fasziniert, mit wie wenig man auskommt, und dass in einen Rucksack alles reinpasst, was man so braucht. Meist hat man Anfangs viel zu viel dabei, weil man es in Deutschland gewohnt ist, auf nichts zu verzichten. Ich hab mich selbst verflucht, dass ich viel zu viel gepackt habe, als ich zum ersten mal den Rucksack auf den Schultern hatte. Noch nie hatte ich 12 Kilo mit. Von den ersten 2 hab ich mich bereits in Chanthaburi verabschiedet. Jetzt hab ich nochmal ein Paket gepackt mit Dingen, die ich auch nicht brauche und ärger mich drüber, dass ich sie mitgebracht habe. Wegwerfen will ich die nicht. Chucks, ein Objektiv, ein Gürtel, so Krams.

Nach der Insel in Cambodia fliegt auch meine Taucherbrille und Schnorchel. Ich habe einen Sport-Hula Hoop-Reifen bei mir. Auch den hab ich anfangs verflucht. Der wiegt allein 1,8 Kg. Aber ich genieße es Abends oder Morgens wenn die Sonne nicht mehr so knallt, damit etwas Sport zu machen.

Die Ansprüche werden komplett nach unten geschraubt, ohne dass es schlimm ist. Man gewöhnt sich ziemlich schnell an die neuen Umstände. Gibt sich mit viel weniger zufrieden. Ich mag das. Wenn das erste mitgebrachte Duschgel ausgeht wird aus Geld- und Platzgründen Seife benutzt. Gegen Sonnenbrand hilft es besser sich eine halbe Tomate über die Haut zu schmieren als teures Apres-Sun. Auf Make Up wird verzichtet, da es eh nach 2 Minuten verläuft. Glück ist, wenn man noch frische Unterhosen hat, oder diese rechtzeitig aus der Wäsche kommen. Ein Handtuch dient als Handtuch, Strandtuch oder Kopfkissen. Ist es in der Wäsche wartet man so lange in der Dusche bis man Luftgetrocknet ist. Das kann bei einer Luftfeuchtigkeit von 78 % länger dauern. In der Zeit schaut man den Geckos oder den Insekten an den Duschwänden zu. Gibt man ihnen Namen, sind auch Kakerlaken halb so wild.

Man verabschiedet sich recht schnell von dem Gedanken Füße als Teil seines Körpers anzusehen. Man kann sie Schrubben wie man will, aber sobald man etwas betritt, werden Schuhe in Thailand ausgezogen. Somit sind die Füße immer dreckig.

Wenn man in einen Supermarkt kommt, hat man zumindest ein bisschen Weihnachtsstimmung. Die sind so krass klimatisiert, das man nach kürzester Zeit vor dem Frischeregal blaue Lippen bekommt.

Kommt man raus, erschlägt einen die Hitze und die Luftfeuchtigkeit. Für mich kann es nicht heiß genug sein. Trockene Haare hätte ich trotzdem gern mal wieder.

Man lernt die Dinge zu schätzen die man hat, und achtet mehr auf seine Sachen. Wenn die Duschbrause mehr als 6 Strahlen hat, bekommt man ein grinsen. Wenn es dazu noch einen Haken in der Dusche gibt um sein Zeug aufzuhängen ist es großartig. Wenn der Ort an dem man Kaffee trinkt eine eigene Toilette hat, ist alles perfekt.

Follow the Flowers – Beach Party

So klein ist die Welt. Eine Bekannte aus Bayern schrieb mir über Facebook, dass sie auch auf Ko Chang sei. Normalerweise sehen wir uns immer nur wenn ich gerade zu Besuch in Bayern bin und dort unsere gemeinsamen Freunde mit ihren Bands spielen. Und meist am 2. Weihnachtsfeiertag auf dem Skaos-Konzert in der Kantine in Augsburg. Diesmal traf ich Kathi und ihren Freund Mike hier auf dem Reggea- Festival am Strand zum Tanzen mit den Füßen im Sand.

Es spielten zwei Live Bands, erst die „Jah Jah Land“, die auch immer bei Mr. Tee spielt und die zweite kam aus Bangkok.

Nassgeschwitzt vom Tanzen und etwas angedudelt vom Cuba Libre gings um 3h heim ins Bett.

Weihnachten

Weihnachten wird in Thailand nicht gefeiert. Hin und wieder ist in den Bars ein Plastiktannenbaum für die Touristen aufgebaut.

Dann war das in etwa so. Keiner wusste genau ob etwas besonderes passiert an diesem Tag. Sollte man jetzt seine „Sonntags-Flip Flops“ anziehen? Oder ist es einfach hier ein sonniger Tag wie jeder andere? Wünscht man frohe Weihnachten oder sind alle nur hier weil sie keinen Bock auf Weihnachten haben?

Ich kam in die Bar, legte mich auf eine der Liegematten und bestellte mir einen Mangoshake. Neben mir lagen Leon und Simon, Natalie, Gerd-Jan und Neil.

Dann alle so „das ist viel besser als Weihnachten!“ und der erste wischte sich den Schweiß aus dem Gesicht.

Am Abend traf ich mich noch mit Jona bei Mr.Tee, ein Kerl aus Bielefeld, den ich kennenlernte, weil er mir auf Instagram folgte. Ab und zu viel dann beim Anstoßen mit Mojito „Frohe Weihnachten“.

Und das wars hier mit Weihnachten.

Lonley Beach, Shanti Bar, Banana Leaf Bar

Wunderbare Abende mit Freunden

Am zweiten Weihnachtsfeiertag ging ich zum ersten Mal in Lonely Beach feiern. Dort gibt es Eimer statt Gläser. Ich war dort mit Natalie, Gerd-Jan(holländisch ausgesprochen klingt das gleich viel besser) Neil und seiner Freundin Carina.

Zuvor waren wir an einem überteuerten Restaurant, das uns Neil zeigen wollte, da er vor Jahren hier wohnte. Ich entschied mich nach einem Blick auf die Preise für Bier statt Tintenfisch.

Ich hatte meinen Roller längst abgegeben, weil hier alles zu Fuß möglich ist, wenn man nicht nach Lonely Beach wollte. Natalie nach mich hinten drauf mit. Wir hatten über Stunden wunderbare Lachflashs zusammen.

Mit Natalie wäre ich gern noch ein bisschen gereist, eine schöne Frau, von innen und außen. Sie hat eine unglaubliche Ausstrahlung und ist absolut liebenswert. Die Truppe lernte sich im Bus von Cambodia hierher kennen.

Letzter Abend von Mike und Kathi

Gestern war Kathis und Mikes letzter Abend auf der Insel, deshalb gingen wir nochmal zum Reggae Konzert am Strand.

Es war so schön, dass ihr da wart!

Silvester werde ich noch hier verbringen und dann nach 3 Tagen Trat über die Grenze nach Cambodia. Ich bin gespannt, dann ist die chillige Zeit erstmal vorbei und ich werde mal etwas arbeiten.

Liebes Tagebuch…

… und ja ich fühle mich wie 15.

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Eine Woche ist vergangen. Ich bin in Trat, kurz vor der Grenze zu Kambodscha. und es fühlt sich grad nicht gut an, weg von der Insel zu sein.

Als ich so Tag für Tag in der Reggae Bar saß, hab ich mich des Öfteren gefragt, warum Reggae Bars in Thailand so gut funktionieren. Ich bin immer wieder zum gleichen  Ergebnis gekommen. Meine Theorie ist Folgende:

Reggae Bars sind vor allem beliebt bei

1. Leuten, die sonst den ganzen Tag im Anzug im Büro sitzen, bei denen zu Hause alles geordnet zugeht, die nach strikten Regeln leben, im Alltag stocksteif sind und sich selten fallen lassen können. Dazu ist im Urlaub das komplette Kontrastprogramm angesagt.  Dann sitzen sie plötzlich mit aufgeknöpften Hawaiihemden auf dem Boden einer solchen Bar und gröllen „No Woman, no Cry mit“ weil der Text noch irgendwo im Hirn von früher verankert ist.

2. Kleinen Hippiemädchen, die sich als gleich erstes in Bangkok  Fransen-T-Shirts in der Kao San-Road kaufen, sich Blumen ins Haar stecken, ihre Nike New Balance in die Ecke werfen, Barfuß weiter gehen und sich im Laufe der Busfahrten Dreads drehen, weil Mama hier nichts dagegen sagen kann.

3. Den Thais selber, die in einer solchen Bars arbeiten, weil die Dreads, der Hippie- oder Reggaelook (der Übergang ist hier meist schleichend) , der komplette Bob Marley- One Love Style bei der Kategorie 2 gut ankommt. Selbst genervt von dem immer und stetig selben Geduddel, würden sie gern zur Abwechslung die Rolling Stones oder Oasis hören,- passt aber nicht in die Rot-Gelb-Grüne Umgebung, bei der Bob Marley aus jeder Ecke grinst. Aber der Look kommt an bei den Mädels. Thaijungs fallen normal nicht auf, sind klein und dürr, mit etwa so viel Muskeln wie ein Neugeborenes. Die Gesichter meist ähnlich, platt mit tief dunklen Augen, meist volle Lippen und die Haare wirken aufgesetzt wie eine Perücke. Haben sie allerdings ihren eigenen Style, abgekupfert von Bob persönlich, oder gar Jimmi Hendrix, tragen auffällige Klamotten, oft Cordschlaghosen, enge Achselshirts und lassen die Perücke zum Afro oder zu einem riesen Dreaddutt wachsen, tätowieren ihre braungefärbte Haut und schmücken ihre vollen Lippen mit Piercings, wirken sie gleich zwei Köpfe grösser.

Coby war einer der Jungs, die sofort ins Auge stachen, nicht weil sie so groß, bärtig, mit breiten Schultern und von maskuliner Statur sind, sondern Anders. Er hatte eine unglaubliche Außenwirkung und überzeugte mit Charme, Witz und Coolness.

Und ich war das Hippiemädchen, lang keine 18 mehr, barfuß, ohne Dreads, auch auf Blumen und Fransen, hab ich altersentsprechend verzichtet. Aber, immer noch mit etwas Reggae von damals im Blut. Und wie alle Mädels, oft dem Charme unterlegen. Coby bemühte sich nun schon mehrere Tage um mich, brachte mir morgens unaufgefordert Kaffee, zum Schreiben etwas Mangoshake, lud mich zu seiner Rasta-View Familie an den Tisch ein, um mit ihnen zu Essen. Brachte mich zum Tanzen mit dem Roller zur Beachbar, und holte mich wieder ab, sobald ich anrief. Dann versorgte er mich noch mit Bier und anderen lustigen Dingen, kochte für mich Nachts und machte mir nette Komplimente.

Warum weiß ich nicht, seine Taille hatte in etwa den Durchmesser meines Oberschenkels, meine Arme und seine Beine hatten in etwa die selbe Statur.

Wenn ich mit den Thais beim Essen saß, dachte man von außen betrachtet sicher, bei ihnen sei die Hungersnot ausgebrochen und ich sei schuld dran.

Arsch auf Eimer, Coby und ich, rein äußerlich betrachtet, wäre es sicher die falsche Metapher. In unserem Fall würde der Arsch sicher in den Eimer fallen, oder andersrum betrachtet der Arsch den Eimer platt machen.

Wenn es nachts windig war, schlief er in meiner Hütte, da es dann bei ihm einem Erdbeben glich. Dann kuschelte er sich immer wie ein kleines Affenmännchen an mich, schauten noch einen Film übers Netbook und schliefen ineinander verknotet, ohne das mehr passierte ein.

Wir hatten unglaublich viel Spaß. Er sagte mir, er könne nicht schwimmen, also schenkte ich ihm einen „Schwimmkurs“ zu Weihnachten. Es ist gar nicht so ungewöhnlich, dass die die am nächsten zum Wasser wohnen, nie Schwimmen gelernt haben.

Er konnte sich ungefähr 10 Minuten zusammen reißen, als ich ihm mit Müh und Not versucht habe an Land den Frosch vor zu machen um ihm zu erklären wie er Arme und Beine zu bewegen hat. Dann sagte er, dass ist doch albern, lass Baden gehen und hechtete gekonnt ins Wasser.

Im Wasser sagte er mir dann, er wollte nur mit mir im Wasser knutschen, das hatte er nun endlich geschafft.

Und ja, ich weiß wie oft ich gesagt habe, „Asiatische Männer“ werden mir nicht gefährlich, weil es nicht meine Typen sind.

Doch er hats geschafft und mir mit dem salzigen Kuss etwas den Kopf verdreht. „Me and my Monkeyman“. Und Coby sang immer das, wenn ich aufwachte:

Der vorletzte Tag im Jahr 2016

Ich ging morgens zum Strand in Klong Kloi und nahm meinen Hula Hoop Reifen mit. Isa sprach mich drauf an. So lernte ich Sabrina und Isa kennen, zwei Mädels aus Frankfurt.

Kurz vor Sonnenuntergang gingen wir zusammen zurück zur Bar um zu Essen. Sabrina ist in Krabi die Treppen runter gestürzt, das machte den kurzen aber sehr bergigen Heimweg für sie etwas beschwerlich. Auf der Terrasse waren bereits Gerd-Jan, Neil und Carina und ein paar Freunde, die Neil von seiner Reise kannte. Wir beschlossen nach Lonely Beach zum Feiern zu fahren. Alle wollten noch Duschen, Wir waren zu siebt und hatten drei Roller. Omer, ein in London lebender Türke und Freund von Neil war so lieb auf mich zu warten, das ich hier noch fix duschen konnte und nahm mich auf seinem Roller mit. Die Mädels führen mit dem Taxi vorraus.

Ich ging mit Omer noch essen, dann kam sein Cousin dazu, Omer ging duschen und wir trafen uns alle gesammelt in der Shanti-Bar, mal wieder eine Reggae Bar. Somit waren wir eine ziemlich große Truppe.  Gert-Jan bandelte mit Sabrina an.  Neben mir saß irgendwann ein junges Mädel, ich hätte sie auf 18 geschätzt. Hübsch, aber komplett durch. Sie war aus Rumänien, konnte aber ziemlich gut Deutch und war fliesend in noch 4 anderen Sprachen. Sie war ziemlich betrunken und schüttete immer ihr Glas mit Alis Bier voll und rauchte seine Zigaretten unauffällig weg. Ich fragte sie, ob sie beruflich was mit Sprachen machen würde und sie sagte: „Ja ich bin Drogendealer!“ So jung und so kaputt.

Wir saßen hier noch eine Weile. Meine Augen wurden immer kleiner, mein grinsen immer grösser. Ich war ziemlich breit.

Omer versprach mir mich zurück zu fahren, da er den Abend vor Silvester nichts trinken wollte. Er holte seinen Roller, ich sagte ich warte am Imbissstand.

Ich bestellte mir einen „Full-Sandwich“, ich hatte ziemlich Heißhunger und zum ersten mal keine Lust auf Thai-Food. Laut der hässlich beleuchteten Neonreklame war in einem Full-Sandwich alles was ein Fressflashherz begehrt. Das warten dauerte mir zu lange, also bestellte ich mir noch ein Stück Wartepizza. Vollbepackt mit tollen Sachen und 4 Litern Wasser brachte mich Omer zurück ins Rasta View.

Coby war ganz schön angefressen, dass ich nicht Bescheid gesagt hatte, als ich zurück war. Er machte sich Sorgen. Ich ging glücklich mit meinem Sandwich ins Bett.

Silvester

Ich war ganz schön erkältet und die Jungs brachten mir Ingwertee mit Zitronensaft zu meiner Hängematte und versorgten mich mit Hühnerbrühe. So lag ich da mit den Füssen an der Luftballondeko für den Abend. Geplant war Abends ein BBQ, dazu wurden alle eingeladen, die in Rasta View wohnten. Eigentlich war ich mit Carina, Neil und Gerd-Jan zum Feiern am Lonely Beach verabredet.

Nach dem BBQ im Rasta View, dass ausschließlich aus Fleisch bestand (keinerlei Beilagen), hätte ich auch ins Bett gehen können. Lonely Beach 3 war also keine Option. Ich ging zu Mr. Tee, weil ich dachte, wenn ich mich nicht gut fühle wäre ich in 5 Minuten zu Fuß zu Hause.

In der Bar angekommen war meine Stimmung erst noch schleppend. Ich bestellte Minztee mit Zitrone und bekam Mojito. Das half. Coby rief mich an, ob ich mit ihm ins neue Jahr in der Bar feiern möchte. Ich wollte am Stand tanzen, Also schloss er die Bar und kam zu mir und nahm alle Gäste mit hier her. Ich war ziemlich überrascht, das er kam. Er sagte er wollte nicht ohne mich feiern. Fand ich irgendwie süss.

Silvester endet relativ schnell in Thailand und Feuerwerk war verboten. Gott sei Dank, sonst wäre noch mehr Müll im Wasser. Kein Restaurant hatte mehr geöffnet. Coby kochte in der RastaView Küche das Lieblingsgericht seiner Mutter für uns. Hühnchen mit Kohl, Chillis, Lauchzwiebeln, Oyster- und Fischsoße, Tomaten, Knoblauch und Koriander. Megagut.

Mein letzter Tag in Ko Chang oder „Lost in pronunciation“

Meinen letzten Tag hier nahm sich Coby frei, um mit mir an den Strand zu gehen und kamen erst Abends zurück.

Ein paar Leute fragten, ob sie draußen auf der Terrasse der Bar auf den Sitzmatten schlafen dürften diese Nacht.

Coby sagte „Yes, we can give you „Pancakes“ . Zumindest verstand ich das und Sarah die neben mir saß auch. Gesagt hatte er: „Yes, we can give you Blankets“. Seine englische Aussprache war immer etwas wie in einer Quizshow, man wusste nie, ob man richtig tippte.

Sarah und ich dachten die ganze Zeit, „Lecker, Pancakes“- wann holt er die denn endlich?

Immer breiter, war die Lust darauf immer grösser, und ich fragte ob ich auch einen haben könnte. Er fragte ob mir kalt sei. Ob ich mich damit zudecken möchte. Ich grinste und fand die Vorstellung fantastisch eingewickelt in einen Pancake zu sein. Es dauerte eine Weile bis das Missvertändnis aufgedeckt war und sorgte für lange Lacher auf allen Seiten.

Meine Zeit war vorbei. Auf nach Trat

Ich musste weiter. Ok, ich hätte noch 2 Nächte in Ko Chang bleiben können. Aber ich wollte mir noch Trat ansehen. Eine Provinz vor der Kambodschanischen Grenze. Hier gibt es keine Touristen, weil hier alle nur auf die Inseln oder über die Grenze geschleust werden.

Da wollte ich hin.

Coby fragte seinen Chef „Sak“ ob er mich fahren könnte. „Sawitree“ eine Freundin von Sak musste auch zurück nach Bangkok. Also fuhr uns Sak bis nach Trat, mit dem Auto auf der Fähre und in die Stadt. Er  brachte mich in mein neues Guesthouse und Sawitree dort zur Busstation. Coby verabschiedete sich nicht groß, er sagte wenn er tchüss sagt, würde ich nicht zurück kommen, deshalb sagte er „Ich will nicht, dass du gehst, bis bald!“ und ging.

Ich war etwas traurig, dass ich gehen musste, irgendwie vermisse ich meinen kleinen Affenmann.

Ich checkte in mein Guesthouse ein. „Pop Guesthouse“. Das günstigste in Trat. Es sieht ziemlich schäbig aus und generell wirken die Leute hier rauer und unfreundlicher. An meinem Fenster sind breite Gitterstäbe und zum Zimmer gelange ich durch einen dunklen, verlassenen Hinterhof, der ganz schön gruslig wirkt. Mein Bett ist steinhart. Aber ich will mich bei 3,50€ die Nacht nicht beschweren. Nach dem Duschen wollte ich ein Fahrrad leihen, ich hatte auf der Karte gesehen, dass es hier einen See in der Nähe gibt. da wollte ich hin. Auf der Karte sah der See riesig aus und beim Weg dahin dachte ich an einen Halbtagesausflug. Als ich mir um die Ecke einen Kaffee holen wollte, war ich plötzlich schon dort. Der See war ein etwas größerer Tümpel.

Wo ist meine VISA Card? Bank-Tennis

Als ich heute morgen aufwachte war der Plan folgender:

Busticket nach Kambodscha kaufen, Kaffee holen, Fahrrad leihen, Trat anschauen.

Abgelaufen ist das so:

Ich wollte mein Busticket mit meiner Kreditkarte zahlen. Doch ich hatte keine Ahnung, wo sie war. Im Geldbeutel nicht, ich hab meinen kompletten Backpack auseinander genommen. Nichts. Ich rief „E“ in Ko Chang an und wollte wissen, von welcher Bank die blauen Automaten vor dem 7/11 Supermarkt in Bang Bao sind, da ich befürchtete sie im Automaten stecken gelassen zu haben. Keine Antwort.

Also ging das Schalter-Tennis los.

Das Spiel geht folgendermaßen:

Blaue Bank suchen, reingehen, Problem schildern, Nummer ziehen, warten, an Schalter kommen, Problem nochmal erklären, auf ein“Aaaaaaah“ warten, das Verständnis ausdrückt. Dann kommt ein „don´t understand“ hinterher. Man schickt einen Kollegen, das selbe nochmal. Jetzt das „Aaaaaah“ Eine Nummer in Bang Bao wird erklärt, ich bekam den Hörer um das Problem nochmal zu schildern. „Können sie nachschauen, ob die Karte eingezogen wurde?“ „No“. Ok, „E“ nochmal anrufen. Sprachnachricht hinterlassen.

Antwort: „Your Creditcard is in your Room. “ Ein riesengroßer Stein fällt mir vom Herzen.

Meine Antwort:“Oh, I´m so happy to read this, I thought I forgot it in the ATM or lost it or it was stolen. Can you send it please to my adress in Cambodia? I´ll transfer you the Money for the post Service!“

E: No, that was a question, we didn´t find one.

Schalter-Tennis von vorn. Ich war bei allen Banken, die am 7/11 in bang Bao waren, immer das selbe. Problem nochmal erklären, auf ein“Aaaaaaah“ warten, das Verständnis ausdrückt. Dann kommt ein „don´t understand“ hinterher. Man schickt einen Kollegen, das selbe nochmal. Jetzt das „Aaaaaah“ Eine Nummer in Bang Bao wird erklärt, ich bekam den Hörer um das Problem nochmal zu schildern. „Können sie nachschauen, ob die Karte eingezogen wurde?“

An der dritten Bank traf ich zufällig Mr Tee. Er musste ein paar Besorgungen in Trat machen. Witzig,3 Stunden von der Insel entfernt, trifft man, als man gerade am durchdrehen ist auf einen Engel wie Mr.Tee, der dann einfach sagt: „Du weisst doch- Don´t worry, about a thing-cause every little thing, is gonna be alright.“ Er fuhr mich noch zu 2 weiteren und übersetzte. Die Dame am Schalter sagte, sollte die Karte eingezogen worden sein, wurde sie im Automaten zerschnitten.

Der Verbleib meiner Karte ist mir weiter ein Rätsel. Während ich hier schreibe, warte ich auf den Rückruf der DKB und von den RastaView Jungs, ob meine Karte aufgetaucht ist. Ich hab glücklicher Weise eine zweite, und kann morgen weiter fahren, muss ich auch, mein Visa geht nur bis morgen.

Es findet sich immer ne Lösung, und sich darüber aufregen, macht keinen Sinn. Deshalb, aus organisatorischen Gründen, keine Erkundung von Trat.

Nach der ganzen Bankgeschichte kam ich etwas abgehetzt in dem Cafe an, in dem ich am Tag zuvor schon mit Sawitree saß. Diesmal saß dort Sam, ein unglaublich attraktiver Australier, als ich reinging: „G´Day Mate, you like to join for a beer?“

Klar, ich hatte noch nicht gefrühstückt nach dem ganzen Chaos, also bestellte ich mir einen Kaffee zum Bier.

Da saßen wir nun, 4 Stunden später, den Tisch voller Bierflaschen. Wir hatten sehr lustige Gespräche. Sam hatte einen Tag vorher einen Rollerunfall und hatte Schrammen am ganzen Körper. Nach einem Essen auf dem Nightmarket und weiteren Bieren, nahm ich ihn mit auf mein Zimmer, um „seine Wunden zu verarzten“ – der „Liebeskummer“ um Koby löste sich schlagartig in Luft auf. Ein Hoch auf Australia 🙂

Morgen geht’s über die Grenze, ich liebe Grenzübergänge, das ging noch nie reibungslos. Das gibt sicher wieder ne Story. Freu mich über Kommentare!

Fortsetzung in Kambodscha