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Die Reise von Anfang an Lesen.

Ich war so erleichtert wieder zurück in Thailand zu sein. Klingt doof, aber hier fühlte ich mich irgendwie sicher. Der Schock sass noch tief, ist ja nicht alltäglich eine Knarre am Kopf zu haben.

Moni, meine Freundin aus München kam die nächsten Tage in Thailand an. Also verabredeten wir uns in Chiang Mai um die letzten Tage zusammen zu verbringen.

 

Es war gar nicht so leicht, sich in Chiang Mai zu finden. Ich weiss noch, das war ein riesiges Hin und Her. Akku leer, Nachricht im Hostel hinterlassen, kein Empfang… Aber wir haben es geschafft.

Moni und ich verbrachten die Tage auf dem Chiang Mai Night Market. Der geht spät abends los und ist voll mit Essenständen, Live Musik, gehäkelten Tischdecken, selbstbemehlten Tonschüsseln, Schnitzereien, viel Massenware die überall in Thailand angeboten wird, Gewürzen, gerösteten Insekten. Es gibt nichts, was man dort nicht findet, – an Dingen, die man nicht braucht.

Night Market

Chiang Mai

Wir buchten für den nächsten Tag eine Tour, auf die ich nicht stolz bin.

Wir gingen zu einem Elefantencamp, zu den „Karen-Frauen“ , ins Orchideen- und Schmetterlingshaus, zum Rafting und machten eine kleine Dschungeltour.

Ich habe gemacht, aber ich bitte euch, geht nicht auf Elefanten reiten. Auch wenn es erstmal nach einem schönen Camp aussieht. Die meisten Elefanten werden geschlagen und in Ketten gehalten.Gehen immer wieder mit hunderten Touristen die selben Strecken entlang. Die Haltung ist weder artgerecht noch in natürlicher Lebensweise.

Die Gegend ausserhalb von Chiang Mai ist traumhaft. Reisfelder, Dschungel, sattes Grün. Ein Ausflug lohnt sich, aber bitte ohne Elefant.

Nach dem Rafting gings weiter in das „Dorf der Karen-Frauen.“

Auch das war super erschreckend. Die Karen-Frauen sind ursprünglich aus Myanmar. Sie tragen seit ihrer Kindheit schwere Goldringe um ihren Hals. Von Jahr zu Jahr mehr. Die Muskulatur baut sich komplett ab, oder erst gar nicht auf. Wenn sie sich etwas zu schulden kommen lassen, werden die Ringe abgezwickt und das Genick bricht.

Hier wurde ein Dorf für Touristen eingerichtet. Die Frauen sitzen wie Tiere in kleinen Hütten und werden zur schau gestellt. Gruselig ist das.

Kein schlechtes Gewissen hatten wir dann bei den Orchdeen. Die Schmetterlinge waren leider nicht im Schmetterlingshaus. Doch, stimmt nicht- einer war da.

Chiang Mai bietet viel Sehenswertes und Kulturelles. Es ist eine sehr kreative Stadt. Und es gibt haufenweise Tempel. Es lohnt sich hier etwas länger einzuplanen.

Pai

Wir fuhren weiter nach Pai,  dem Ort, der zwischen Mae Hong Son und Chiang Mai im Norden des Landes liegt. Pai ist von Chiang Mai gerade mal 150 kilometer entfernt. Und obwohl die Minivans rasen, als gäbe es kein Morgen mehr, braucht man für die Serpentinenstraße die kontinuierlich Bergauf führt 5 Stunden und gute Nerven. Es lohnt sich hierfür seinen Kotzbeutel aus dem Flugzeug aufzubewahren.

Pai ist ein superentspanntes künstlerisches, Hippie-angehauchtes Dörfchen. Hier ist schnelles Gehen absolut tabu. Die Cafes sind zauberhaft. Die Einrichtung meist selbstgestaltet mit Liebe zum Detail. Viele Backpacker bleiben hier im wahrsten Sinne des Wortes hängen.

Pai ist zum Chillen da. Und das geht auch an jeder Ecke. Alles ist sehr gemütlich und einladend.

Für mich der schönste Ort zum Entspannen ist die Jungle Bar, die sich auch mitten im Dschungel befindet.

chiang-mai35

Der Ort ist bekannt für seine heissen Quellen, in denen man sich wie in einer Badewanne fühlt. Das ist vor allem Abends schön, wenn die Luft abkühlt. Es lohnt auch mit dem Roller die vielen Wasserfälle abzufahren. Aber Vorsicht, aus jeder Ecke flüstert man dich an. „Like Weed? Nach meiner Erfahrung in Laos. -„Nein, danke!“

Vorsicht: Wer Allergisch auf Hippies ist, Pai könnte Spuren von Dreadlocks enthalten 😉