Project Description

Meine Route: Costa Rica –  Nicaragua – Honduras – Guatemala – Belize – Mexiko.

Etwas aufgeregt stand ich am Hamburger Flughafen. Es ging nach Costa Rica. Ich hatte Bildungsurlaub beantragt, um Extrawochen frei zu bekommen. Ich hatte somit 3 Monate Zeit. Mein Rückflug ging von Cancun/ Mexiko.

Ich flog über Amsterdam. Als ich  durch die Kontrolle ging wurde es erstmal seltsam.

-„Was ist auf ihren Fotos auf der Kamera zu sehen?“

-„Hmm,  meine Freunde.“

-„Kennen Sie alle Leute auf den Bildern?“

-„Sicher nicht!“

„Mitkommen!“

Ich flog zum ersten Mal über die USA. Während der Eine meine Fotos durchsah, griff mir die Andere in den Schlüpper.

„Seh ich aus wie ein Terrorist?“ und musste schmunzeln.

„Nicht witzig!“ antwortete sie, und sah noch tiefer nach.

„Nach was suchen sie in meinem Höschen?“ fragte ich.

„Glauben sie, ich mache das zum Spass?“

„Ich weiss nicht.“ schmunzelte ich.

In New York angekommen, hatte ich eine Stunde Zeit umzusteigen. Als ob es nicht knapp genug gewesen wäre, verlangen die Amis das Gepäck zu holen und neu einzuchecken. Die Schlange war riesig. Ich drängelte mich nach vorn“Tschuldigung, kann ich mal durch?“ Dann die Durchsage, „der Flug nach San Jose wird um 4 Stunden verschoben.“ Ich reihte mich wieder ein.

Ich wartete auf den Abflug. Ich hatte 10$ einstecken, das reichte nicht für einen Snack und Bier. Ich entschied mich für das Bier, das teuerste meines Lebens. Schliesslich war ich über 21 und musste das ausnutzen in den Staaten.

In San jose angekommen checkte ich in ein günstiges Hostel ein und traf dort Dani. Die wollte weiter nach Nicaragua, weil sie dort in einem Projekt arbeitete und Spanisch Unterricht nahm. Ich hatte auch noch 6 Tage Zeit bis meine schule in Coronado, einem kleinen Ort in den Bergen, unweit von San Jose entfernt.

Wir fuhren zusammen ans Meer, nach Manuel Antonio. Das Hostel „National Park Backpackers“ kostete 8$ die Nacht und war ziemlich direkt am Meer.

Wir nutzen die Tage am Strand und gingen schön Essen, bevor „der Ernst des Lebens“ in der Schule losging. Es lohnt vom Strand aus den steilen Berg hochzulaufen, den von oben hat man eine fantastische Aussicht.

Die Natur in Costa Rica ist einzigartig. Sattes Grün, leuchtende Blüten in allen Farben, saftige Früchte und eine einzigartige Tierwelt. Brüllaffen hängen in den Wipfeln der Baume und chrillen, Faultiere bewegen sich dort gar nicht.

Am Strand ist es lustig die Waschbären zu beobachten. Die sind so schlau und schnell. Man kann zusehen, wie sie den Henkel einer Kühlbox öffnen, die Tüte mit Essen klauen und klammheimlich wieder verschwinden, während die Leute baden gehen.

Die Fahrt von San Jose nach Manuel Antonio  dauert ca. 3 Stunden. Ein sehr schönes Fleckchen an der Pazifikküste, in der „Provincia de Puntarenas, Quepos“

Zurück in San Jose, machte ich mich auf den Weg nach Coronado/ San Isidro. Ich wohnte dort bei einer Gastfamilie. Es war Sonntag und die Schule fing Montags an.

Ich hatte etwas Bammel. Die Schulleitung sagte mir, die Familie spricht gut Englisch und gab mir die Koordinaten. Ich fragte nach der Adresse, und wieder schickte sie mir die Koordinaten. Es dauerte etwas bis ich checkte, dass das die Adresse war. Ich suchte eine Weile und stand dann vor einem Haus, das dem des Fotos glich, welches ich hatte.

Ich klingelte. Die Familie hatte 2 Kinder, stand in meiner Info. Die Tür ging auf, und eine ältere, aber sympathische Dame öffnete die Tür. „Ohje, und jetzt ich mit meinen Spanischfetzen.“ Ich hatte das letzte Mal Spanisch in Barcelona, und das war lange her. Und selbst da konnte ich nur Basics. „Hola! Soy Tanja. Como estas? Halba ingles?“ „Hola Tanja! Dann sprach sie viel und schnell. Ich verstand nix ausser dem Hallo. Sie brachte mich ins Wohnzimmer.

Ich fragte, wo ihre Kinder seien, und fragte mich, wie alt diese Frau sein mag? Dann sagte sie, -und sie bemühte sich nun langsam zu sprechen-, das ihre Tochter nicht mehr hier wohne und ihr Sohn bei der Arbeit ist.

Alberto, ihr Jüngster war 30 Jahre alt, und somit in meinem Alter. Ich mochte ihn auf Anhieb.

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Alberto ist ein Engel, er erklärte mir die folgenden Wochen die Welt auf Spanisch. Wenn er kochte, fragte ich „Was machst du da?“ -„Ich koche.“ Dann stellte ich mich daneben und sagte „Und was machen wir?“ „Wir kochen“. So lernte ich konjugieren.

Meine Familie war so unfassbar liebenswert. Mein Papa richtete mir jeden Morgen die Pausenbox. Er deckte den Frühstückstisch mit frischen Früchten und kochte mir Rührei und Kaffee. Er war damals schon 72 Jahre alt und Rentner. Ich sagte, er müsse wegen mir nicht morgens aufstehen. Ich kann mir das auch selbst machen. Aber er genoss es morgens beim Kaffee mit mir Rauchen zu gehen. Er nahm das als Vorwand, da er eigentlich damit aufgehört hatte. Dann putze er seine Zähne und ging zurück zu seiner Frau ins Bett. Es gab immer Papaya. Ich hasse Papaya. Meine Spanischkenntnisse verbesserten sich stetig. An Tag 3 konnte ich das auch endlich sagen.

Papa

Bruder Alberto

Mama

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Mein Prof, Santi, war der Hammer. Ich hatte aufgrund des Bildungsurlaubs Einzelunterricht. Er fing an mit mir die Units durchzugehen. Dann sagte ich, das sei Quatsch. Ich muss in den kommenden Wochen nach dem Weg fragen können, ein Hostel buchen, ein Bier bestellen, und auch mal sagen können „Verpiss dich“ . Dann holte er die Landkarte raus und sagte ich solle ihm sagen, wohin ich möchte und was ich da vorhabe. Er erklärte mir dann immer, wie ich am besten dort hin käme, was ich beim Visa beachten muss und wo seine Lieblingsplätze sind. Dann packte er die Karte weg und sagte: „Du möchtest Kneipengespräche führen?“ Dann  machen wir für heute Schluss und treffen uns heut Abend in der Bar „La villa“ wieder.

Abends stand er bereits am Tresen als ich rein kam. Er zeigte auf die Leute neben sich und sagte, das seien seine Freunde. Ich sollte mich schon mal vorstellen und ihm ein Bier mit bestellen. Er müsse zur Toilette. Als er wiederkam, verbesserte er mich. Er hatte sein Handy auf dem Tresen liegen lassen und mich von einem anderen belauscht, wie ich mich schlug.

Er bereitete mich wunderbar für meine Reise vor.

Nachmittags hatten wir oft Salsa Unterricht oder „Landeskunde“. Da wurden dann z.B. typische Früchte von Costa Rica auf dem Tisch ausgebreitet und wir durften probieren und mussten sie beschreiben. Gelb, rund, bitter, sowas.

In unserer Gruppe, war Toshiaki, unser Japaner, Hans unser Bamberger, ein älteres Ehepaar, Alea und 3 Mädels aus Sydney. Zusammen machten wir einen Schulausflug zum Vulkan Poás. Es war zu neblig. Das wäre der erste Vulkan gewesen, den ich gesehen hätte in meinem Leben.  Jessica beschrieb den Ausflug ganz gut in meinem Reisebuch.

costarica

Am Wochenende fuhr ich mit dem Bus nach Puerto Viejo, an die Caribikküste.

Puerto Viejo ist ein kleines schnuckliges Dörfchen mit süssem Flair. Allerdings ein Touristenmagnet. Die Stände sind aus weissem Pulversand. Ich kann euch leider nicht all zu viel über diesen Ort erzählen. Das ganze Hostel bekam Magen-Darm. Und glücklich war der, der IM Klo war und nicht in der Schlange DAVOR. Die Details erspar ich euch.

Der Abschied von meiner Familie und Costa Rica fiel schwer. Ich wurde hier so herzlich empfangen und war Teil der Familie. Ich freue mich, dass Alberto und ich immer noch viel in Kontakt sind.

Die Reisebucheinträge meiner Familie und Lehrer: 

Meine Costa-Rica-Mama

<3 Alberto

Meine Lehrer, Santi und Mireya

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