Project Description

Die Reise begann in Costa Rica. Von Anfang an Lesen.

Bacalar

Von Belize aus ging es mit dem Boot aufs Festland nach Mexiko.

Ich habs überhaupt nicht gecheckt als ich ankam, was dort passiert. Links und rechts standen uniformierte Männer, die bewaffnet waren. Vorne saß an einer Art Schreibtisch  Ich zeigte meinen Pass und gab meine ausgefüllte Arrivalcard ab. Dann rollte der Beamte seine Augen nach oben und sah mich erstmal böse an. Erst lange in die Augen, dann schweifte sein Blick einmal runter und wieder hoch. Ich lächelte. „Alemana?“ -„Si, soy de alemana!“ „Ver! und zeigte mit Zeige- und Mittelfinger auf die Kamera ohne seine Mimik dabei zu ändern. Ich lies mich ablichten. Dann zeigte er mit den selben Fingern auf eine Ampel, die ich drücken musste. Es wurde grün, er sage „Go“. Und dann bekam ich meinen Stempel im Pass. Ich fragte mich was passiert wäre bei „Rot“- muss man dann stehen bleiben? Und dann? Jonas hatte ein Jahr später „Rot“ und wurde durch diesen „Zufallsgenerator“ rausgezogen und gefilzt.

Ich hatte nur noch eine Woche bis zum Rückflug. Zuviel Zeit hatte ich in Guatemala und Roatan verbracht. Hätte ich gewusst, dass ich Belize so gar nicht gut finde, hätte ich vielleicht etwas mehr als Yukatan gesehen. Ich hätte total Bock gehabt auf den Teil um Mexiko City herum. Dafür blieb keine Zeit mehr. Das muss in einer anderen Reise nachgeholt werden.

Mein erstes Ziel war Bacalar. Bacalar ist eine Stadt im mexikanischen Bundesstaat Quintana Roo auf der Halbinsel Yucatán, in etwa 40 km nördlich der Hauptstadt Chetumal.

Bacalar ist sehr untouristisch. Aufmerksam wurde ich auf die Stadt wegen ihrer schönen Lagune, wenn man seitlich der Festung die Treppen runter geht.

In der Lagune kann man schwimmen gehen. Das Wasser ist traumhaft. Und voll von lustigen Mexikanern die hier zum Urlaub kommen um von den Touristen am Playa del Carmen zu flüchten. Ich unterhielt mich mit Elvira. Sie war mit ihrer gesamten Familie unterwegs.

Alle hatten eine Art Maßkrug mit rotem Inhalt. Ich fragte was sie da trinken würden. „Michelada“ und schon hatte ich eine in der Hand.

Eine Michelada ist halb mexikanisches Bier, halb scharfe Tomatensoße, Limettensaft, Tabasco, Clamato, ein spritzer Sojasoße, 4cl Brandy und das Glas zierte ein Salzrand. Der erste Schluck war ungewöhnlich, aber irgendwie mochte ich es. Und jetzt war mir auch klar, warum die alle so gute Laune hatten und lauthals lachten. Das Zeug knallte wie Hölle. Ich  bekam 4 davon. Wir standen mehrere Stunden mit diesem Getränk im Wasser, unterhielten uns. Die Sonne knallte auf den Kopf und der Brandy in den Kopf. Angedudelt lief ich zurück ins Hostel.

In der kleinen Stadt gibt es im Zentrum einen großen quadratischen Platz. An allen vier Enden reihen sich traditionelle Restaurants. Als ich mich am Abend auf die Suche nach günstigen mexikanischen Essen machte hörte ich plötzlich mehrere Leute laut „Tanja“ schreien. Ich schaute rüber und sah die Familie vom Nachmittag. Der ganze Tisch voll mit Bieren und alle hatten sich lustige Bärte ins Gesicht gemalt. Ich war eingeladen. Zu Tisch, zum BBQ, zu viel Bier und Tequila und sie in ihrer Heimat in Mexiko City zu besuchen. Der Abend war LEGENDÄR. Soweit ich mich erinnern kann.

Ich war in 3 Tagen in Cozumel mit Kristina verabredet, deshalb fuhr ich weiter nach Tulum. Wir hatten beide weder Bock auf Playa del Carmen, noch auf Cancun. Vor allem weil gerade Springbreak war. Von  Cozumel hatten wir beide noch nichts gehört und deuteten das als gutes Zeichen.

Tulum

Tulum  liegt an der so genannten Riviera Maya, einem Küstenstreifen an der Karibikküste von Mexiko im Bundesstaat Quintana Roo, rund 130 Kilometer südlich von Cancún.

Tulum gehört zu denjenigen Maya-Fundstätten, die direkt am Meer liegen. Die bekanntesten Gebäude sind neben dem sogenannten „Schloss“ der „Tempel des Herabsteigenden Gottes“, auch „Haus des Halach Huinik“ genannt, der „Tempel des Windes“ und der „Freskentempel“. Die innere Stadt wird von einer zum Meer hin offenen Stadtmauer umrundet, an deren Nordwest- und Südwestecken Wachtürme stehen. Aus denkmalpflegerischen Gründen sind für Besucher nicht mehr alle Strukturen zugänglich. Die Stätte wurde zur Beobachtung des Sternenhimmels genutzt. Der Maya-Kalender wurde an solchen Plätzen erstellt.  Kleine Fensteröffnungen zeigen noch heute die Ausrichtung und Weiterleitung von Sonnenstrahlen zur Wintersonnenwende.

Ich stand früh morgens auf, da ich den Ansturm schon ahnte. Ich fuhr mit dem Fahrrad zur Stätte. Ich war noch zu früh und wartete am Eingang bis sie öffneten. Ich versuche immer bei diesen Touristenpunkten die erste zu sein, Damit ich den Ort genießen kann, bevor die Leute wie die Ameisen einlaufen. Ich war die erste halbe Stunde tatsächlich allein dort. Der Park wird sehr angelegt und gepflegt. Um die Ruinen sind Absperrungen, damit sie keiner betritt.

Das schönste an den Ruinen von Tulum ist das karibische Meer im Hintergrund, das macht sie besonders. Ich blieb solang drin, bis die Massen eintrudelten, dann verpisste ich mich wieder.

Akumal

Ich hatte von vielen, die länger in Tulum waren gehört, dass sie die Stadt großartig fanden. Ich musste leider am nächsten Morgen weiter und machte noch einen kurzen Zwischenstopp in Akumal. Ab Tulum kann man die ganze Küste entlang günstig mit einem Taxi Collectivo weiterkommen. Einfach an den Straßenrand stellen und winken.

Akumel Beach ist bekannt für seine vielen Schildkröten, die man dort beim Schnorcheln sehen kann.

Ich hatte meine Taucherbrille und meinen Schnorchel mit. Ich war noch nicht mal am Strand, schon kamen unzählige Leute auf mich zu und boten mir die Ausrüstung, Flossen, Schwimmweste und einen Guide an.

Ich winkte ab. Vom Wasser sah man kaum was, aber haufenweise Pauschaltouristen, die in ihren orangen Schwimmwesten mit ihren Flossen die Reste des Korallenriffs niedertrampelten.

Ich machte kehrt.

Ich fuhr weiter im Collectivo nach Playa del Carmen. Davor grauste es mich auch schon. Aufgereihte Hotelanlagen mit tausenden Liegestühlen davor, darauf sonnenverbrannte Deutsche und Engländer mit All-Inclusive-Bändchen am Arm. Eigentlich ein paradiesischer Ort, wenn man sich das alles wegdenkt.

Ich fragte nach dem Schiff nach Cozumel.

Wie geschrieben, ich war dort am nächsten Tag mit Kristina, die ich von Rio Dulce kannte verabredet. Wir dachten, wenn wir noch nichts, also weder Negatives, noch Positives gehört haben von der Insel scheint die sehr ruhig zu sein. Wir hatten Beide eine so unglaublich schöne Zeit auf Reisen hinter uns, dass wir keine Lust hatten uns die letzten Tage Eimersaufend beim Spingbreak zu verbringen.

Ich suchte uns ein günstiges Hostel und ging aufs Schiff. Als ich mich umschaute war mir auch sofort klar, warum wir beide noch nie was von dieser Insel gehört hatten. Multifunktionshosen, Schirmmützen, Sonnenhüte, verbrannte Nasen, Birkenstock, Tennissocken und Helene Fischer. Mir teile jemand mit, dass er dort hinfahre, weil dort so viele Kreuzfahrtschiffe anlegen und da dann die größte Party ist. AHHHHHHHHHHHH!!!!

Ich war auf dem Schiff voll mit Bekloppten auf dem Weg zu noch mehr Bekloppten. Über die Rehling springen und zurück nach Playa del Carmen zu schwimmen war auch keine Option. Fuck. Dort angekommen fragte ich wann das nächste Schiff zurück geht. „Heute nicht mehr“ war die Antwort. Es braute sich ein Sturm zusammen. Ich stieg aus dem Boot und machte mich auf den Weg zum Hostel.

Auf dem Weg dorthin ging das Unwetter richtig los und Äste und Schilder flogen durch die Luft. Ich flüchtete in die nächste Bar. Wieder zur falschen Zeit am falschen Ort. Die Idee hatten die Leute vom Kreuzfahrtschiff auch. Schunkelnd standen sie da. Ich war gefangen in der Hölle. “ Bisch du au aus Deitschland?“ „I don´t understand you, you speak any swedish? Damit war ich erstmal save. Nach einigen Stunden konnte ich die Bar verlassen und konnte den Text von „Atemlos“ auswendig, nichts, was man in Mexiko lernen möchte.

Am nächsten Morgen nahm ich das erst Boot zurück und schrieb Kristina noch mit den letzten 2 % Akku eine Nachricht:“Bloß nicht nach Cozumel. Ich meld mich!“ Auch Kristina hatte keinen Saft mehr auf dem Handy. Ich kam an Playa del Carmen an, stürmte in die erste Bar und fragte:“Wo gehen die Leute hin, die Playa del Carmen zum Kotzen finden?“ „Alle kommen hier her, weil sie es so schön finden!“ „Und wo gehen die hin, die kein Bock auf den Massentourismus haben?“ “ Hmmm, Holbox, Mexikaner machen Urlaub auf Holbox.“

Holbox

Mein letzter Tag in Cancun

Kristina flog einen Tag vor mir ab und wir fuhren zusammen zurück nach Cancun. Ich wollte gar nichts gross von dieser Stadt sehen und ging zum Wachsen. Ich ließ mir nochmal alle Haare vom Körper entfernen. ALLE. Ich war hinten in einem abgeschirmten Raum, nackt und eine rundliche Dame trug das Wachs auf. Ich sollte mich auf die Seite drehen und ein Bein abspreizen. Das war ganz schön unangenehm so da zu liegen, und Stellen offen zu legen, die ich sonst selbst nicht mal sehen kann. Und genau in diesem Moment kam die Belegschaft des Kosmetiksalons hier rein und machte ihre Mittagspause. Sie setzten sich mit einem lauten „Hola“ ans Fußende und aßen Burrito als wäre es das normalste überhaupt. Eine hatte ihren kleinen Sohn dabei, Gott, ich wär beinahe im Erdboden versunken.

Ich flog am nächsten Morgen von Cancun zurück, über Detroit nach Deutschland. Im Gepäck hatte ich 10 Kilo schwarze Trockenbohnen, die ich seit Guatemala mit mir rumtrug. Ich hatte diese schwarzen Bohnen noch nie bei uns gesehen und liebte sie. Ich wollte sie in Deutschland nicht mehr missen. Die

Woche drauf, sah ich im Edeka ein ganzes Regal von. Meine Zeit in Mittelamerika war wunderbar, doch nun zu Ende. Jedoch ein wunderbarer Beginn neuer Freundschaften, mit Kristina, Jan und Jule, Jurrian, Dani und meinem Lieblingsbruder Alberto <3