Project Description

Das einzige Bild aus Laos, da ich mehr Zeit im Knast verbrachte, als mir dieses wunderschönen Land anzuschauen.

Die Geschichte begann in Thailand. Von Anfang an Lesen.

Meine Knasterfahrung, und wie es dazu kam: 

Nachdem ich mich von Jonas verabschiedet hatte, fuhr ich mit dem Nachtbus nach „Vientiane“ – der Hauptstadt von Laos.

Im Bus lernte ich schnell 5 Leute kennen:

  • Das frischverlobte Päarchen „Hannah & Marshall“ aus Neuseeland, die gerade auf Weltreise waren.
  • Kyle, ein Aufreißer vor dem Herrn aus Kanada
  • und ein etwas ungleiches Päarchen „Tom & Tracy“ – Er ein schüchterner Kerl aus Irland -Sie eine „New Yorker Ghetto Bitch“ die in Korea lebte.

Wir beschlossen alle zusammen in ein Hostel zu gehen, und dort Hannahs Geburtstag zu feiern.

Als wir dort ankamen, war schnell klar, Feiern ist in Vientiane nicht.

Die einzige Möglichkeit ausserhalb des Hostels Bier zu Trinken, war im Bowlingcenter, das bis 21 h geöffnet hatte. Da gingen wir hin und sassen danach noch etwas vor dem Hostel. Kyle war das zu fad hier und buchte uns allen Tickets nach Vang Vieng.Ich hatte keine Ahnung, was in Vang Vieng los ist. Ich hatte mich mit Laos null beschäftigt, da Laos erst gar nicht auf dem Plan stand.

Vang Vieng war das MALLORCA von LAOS. 🙁

Ein paar hängengebliebene Hippies, die den ganzen Tag in den Bars abgammeln und „Family Guy“ oder „Friends“ schauen.

Kyle und ich teilen uns ein Zimmer, um nicht das Doppelte zu zahlen.

Wir gingen zusammen zum Essen, zu jedem bestellten Essen gab es hier einen 3 Liter Eimer Rum-Cola. Tom erzählte, er trinkt sonst nur Guiness in seiner Heimat. Mit Schnäpsen oder Longdrinks hatte er bislang nichts am Hut. Er bestellte 2 Gerichte, somit sass er vor 6 Litern Rum-Cola, und es schien ihm zu schmecken.

Auf dem Menü standen neben der Gerichte auch „Mushroomshakes“, „Joints“ und „Opium“ zum Bestellen. Wir waren uns alle 6 einig, dass es superdumm wäre in Asien „Drogen a la Carte“ zu bestellen.

Nach dem Essen gingen wir an eine Bar an den Fluss, an dem die Leute nachmittags zum Tubing gehen.

Kyle unterhielt sich gerade mit einem Mädchen und ich bat ihn auf meinen Rucksack aufzupassen.

Wir Mädels gingen zum Pinkeln. Als wir wieder kamen, ging Tracy zu Kyle und Hannah und ich zu den Jungs an die Bar. Tom war ziemlich betrunken und hatte einen Joint in der Hand. Ich war noch etwas verwundert, und fragte ihn, ob er sich den jetzt tatsächlich hier bestellt hätte? Er meinte „Ne, da stand so ein Typ, der wollte, das ich den kurz halte.“ Und schon fing die Story an.

Die Stimmung in der Bar wurde schlagartig seltsam. Und schon hatten wir alle 4 Elektroschocker im Rücken und es hiess einfach nur „Mitkommen“.

Hannah, Marshall, Tom und ich gingen also mit runter zum Fluss. Auf dem Ford Pick Up stand gross „Touristpolice“ , doch die Jungs hier in ihren Uniformen, waren auf keinen Fall FÜR die Touristen da.

Sie verlangten unsere Pässe und 5 Millionen Kip, der Vorwurf war „Drogenkonsum“ . Ich sagte, sie würden niemals meinen Pass bekommen, und Geld gäbe es auch nicht. Jetzt hatte jeder zu den Elektroschocks am Rücken zusätzlich eine Knarre am Kopf. Hannah heulte panisch.

Ich sagte ihr: „Die Bullen sind Fake, die Knarren sicher auch.“

Er schoss scharf in die Luft, feuerte einen Elektroschock an meinem Arm ab.

Ich sagte zu Hannah: „Ok, die Knarren sind scharf, die Bullen trotzdem Fake.“

Das machte die Situation nicht besser. Sie warfen uns in den Pick Up. Marschall konnte abhauen und dachte wir auch.

Sie schubsten uns aus dem Auto und brachten uns in eine unauffällige Hütte. die äusserlich so gar nicht einer „Polizeistation“ entsprach.

Tom kam in die Zelle nebenan, die nur durch Gitter und Panzerglas von uns getrennt war. Auf dem Boden war zentimeterhoch der Urin der Insassen. Als „Bett“ bekam jeder ein Handtuch darin. Zwei Insassen sahen uns Mädels durchs Glas und fingen an zu onanieren.

Sie sperrten die Türe zu und wir waren allein mit den zwei „Polizisten“.

Ich fragte, was jetzt passiert, als Antwort bekam ich immer ein „Shut the Fuck up“ und weitere Elektroschocks.

Ich antwortete: „Ja, das tut weh und ist auch beeindruckend, aber ihr müsst doch ne Idee haben wie´s weitergeht.“

Weitere Schocks. Ich liess nicht locker und wiederholte mich. Hannah heulte immer noch.

Sie sagten: „Wenn sie nicht sofort unsere Ausweise und 5 Millionen Kip pro Kopf bekommen, kommt ein Van und bringt uns in den Frauenknast nach Vientiane.“

Ich antwortete. „Pässe und Geld gibts nicht, wir warten auf den Van.“

Weitere Schocks, ich wurde immer blauer.

Das Prinzip war simpel. Jemand bestellt Drogen in den Bars und Restaurants und die rufen ihre Geldeintreiber an, -drohen den Touristen und das Geld wird geteilt.

Ich hatte nichts bei mir, alles was ich hatte war bei Kyle oder in unserem Hostelzimmer. In meinen Hosentaschen hatte ich lediglich Feuerzeug, Zigaretten und Tic Tacs.

Wir warteten 20 Stunden auf den Van bei Wasser und Reis. Bei jedem Ton, wurde abgefeuert.

Sie wurden langsam nervös.

Ich lachte, „Es wird kein Bus kommen, um uns nach Vientiane zu bringen, richtig? Das kostet euch viel zu viel Kohle, um uns dorthin zu bringen und uns 3 Monate durchzufüttern, dafür, dass niemand kommen wird um euch Pässe und Geld zu geben.“

Ich lies nicht locker und fragte immer wieder, wo der Van denn sei und was sie uns genau vorwerfen würden. Tom tat mir leid, wie er mit den anderen im Urin stand und nichts mitbekam. Die Blicke waren widerlich.Wir sassen hier mittlerweile über 24 Stunden ein. Mein Körper war blau, Hannah hatte sich immer noch nicht beruhigt.Marshall versuchte währenddessen mit Kyle und Tracy ausfindig zu machen, wo man Touristen hin bringt, die wegen Drogen einsassen. Doch da hielt der Ganze Ort zusammen und es gab keine Auskunft.

Wir mussten uns was einfallen lassen. Die Jungs tuschelten die ganze Zeit und liefen nervös hin und her. Keiner von uns dreien machte Anstalten was rauszugeben, und zum Glück hatte auch keiner was mit.

Die Polizisten gingen aus dem Raum und schlossen wieder ab.

Da Hannah immer noch panisch heulte, sagte ich: „Wir müssten hier eine reisen Sauerei machen, alles rauskotzen, was so geht, damit das hier ganz schön nach Drama aussieht, und dann solle sie so schnell wie möglich atmen, zum hyperventilieren anfangen, bis sie umfällt.“

Gesagt, getan, Finger in den Hals, und wir Kotzen. Als die Bullen zurückkamen, atmete Hannah schneller und schneller.

Jetzt bekamen die Panik. „Was ist los mit ihr?“ fragten sie hektisch. Ich sagte: „Sie ist krank, ich brauch ihre Medizin, sonst stirbt sie hier.“ -und stopfte ihr 2 Tic Tacs in die Wagentasche.

Plötzlich sagten sie „Take her and go away!“ Das tat ich. Draussen kam Hannah wieder zu sich.

Ich merkte mir noch die Strasse, Tom war ja noch drin. Die „Beamten“ sagten, wenn wir seinen Pass und das Geld bringen, können wir ihn morgen ab 8h abholen. Wir rannten so schnell wir konnten und suchten unser Hostel und die Anderen. Es dauerte eine Weile bis wir wieder im Kern der Stadt ankamen und uns zurecht fanden. Im Hostel trafen wir auf Marshall, Kyle und Tracy.

Wir holten uns Bier und begannen zu erzählen. Hannah war immer noch ganz zittrig. Marshall war froh, dass sie wieder da war. Tracy war besorgt um Tom.

Wir überlegten, wie wir Tom raus bekommen könnten. Tracy, Marshall und ich  fuhren am nächsten Morgen dorthin. Keiner hatte geschlafen. Auch ich hatte die Nacht über geheult, als mir klar wurde, was passiert ist.

In der Zeit als wir auf der „Polizeistation“ waren, wurde Tracys und Toms Zimmer aufgebrochen und Toms Armbanduhr und sein altes Nokiahandy geklaut.

Sie mussten uns in der Nacht verfolgt haben, als wir zurück sind. Und da sie nun was hatten, liesen sie Tom schnell frei. Im Nachhinein wussten wir auch, warum das so einfach ging.

Das wars für mich in Laos, ich packte meine Sachen und fuhr zurück nach Thailand.

Das hätte ganz schön nach hinten losgehen können.

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