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Zurück nach Singapur

Ubud

Von meinem Kurztrip nach Singapur ging am nächsten Tag der Flieger weiter nach Bali. Mein letzter Monat bricht an, bevor es zurück für 4 Monate nach Deutschland geht.

Erster Stop Ubud.

Ubud, der „Love“ -Teil des Films „Eat, Love, Pray“ der das Örtchen zum Backpacker-„Paradis“ gemacht hat, oder wie ich es nennen würde, ein Ort, an dem sich verlorene Leute auf ihrem Weg zur Selbstfindung treffen. Nachdem sie zuhause ihren ernsten Jobsoder eben gar keinem Job nachgehen , fliegen sie hier her und betreiben plötzlich Yoga, ziehen sich eine Hippietunika über, binden sich einen Sarong um die Hüften, meditieren, laufen barfuss und beginnen zu detoxen.

Atmen tief ein und suchen dabei ihr inneres Gleichgewicht. Bringen ihre „Seele in Einklang“ wie sie es so zauberhaft ausdrücken. Knüpfen Ketten, pendeln und glauben an die Kraft von Energiesteinen und Engeln.

Meine Meinung dazu? Kommt mal klar. Wenn es zuhause nicht geklappt hat mit sich selbst klar zu kommen, hilft auch kein Sarong, kein Lotus im Haar, kein „Ooooohm“, keine Steinchen um den Hals und dieses ganze Hippigeschwaffel.

Nein- ich bin nicht auf einem Selbstfindungstrip und werde auch hier nicht mehr zum Hippie.

Vor 10 Jahren wäre ich auf den Zug aufgesprungen. Heute bin ich mehr der „Machen ist wie Wollen, -nur krasser Typ“. Wenn dich was stört änder es hier und jetzt, und warte nicht auf ein spirituelles Zeichen vom Universum. Sonst bist du am Schluss, derjenige, der mit seinen stinkenden Dreads und verwelkter Blume im Haar und seinem Hippieschmuck am Stassenrand sitzt, Ohrringe aus Energiesteinen verkauft mit seinem Yogitee in der Hand und nach Jahren immer noch auf die Antwort wartet.

Gut, muss jeder selbst wissen. Geht mir da so wie mit Veganern, -kann jeder machen wie er will. Aber nicht jeder möchte darüber einen Vortrag. Ich hab mich auch noch nie vorgestellt: „Hi, ich bin Tanja und esse Fleisch und bin mit mir im Einklang.“ Wenn jemand detoxt, vegan lebt oder spirituell ist, hast du seinen Senf auf deinem Teller, ob du darum gebeten hast oder nicht.

Ubud ist voll solcher Leute. Und überfüllt. Mit Bars, in denen es eine „Detox-Cocktail-Happy-Hour“ gibt anstatt die Bierpreise zu senken. Das Städtchen ist aber wunderbar, an jeder Ecke sind kleine hübsche Tempel, die Balinesen haben ein besonderes Auge für Ästhetik und Dekoration und verschönern alles mit aufwendigem Blumenschmuck. Sie legen viel wert aufs Detail und machen alles sehr hübsch.

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Auch fällt auf, das es bei weitem nicht so verdreckt ist wie in vielen anderen Ländern Asiens. Die Müllproblematik scheinen sie weitgehend verstanden zu haben, auch wenn sie hier alles nieder brennen. Zumindest kann man seine Plasikflaschen mit Trinkwasser nachfüllen und bekommt kaum Plastiktüten für kleine Einkäufe.

Ich blieb hier 3 Nächte und lieh mir für die nächsten Tage einen Roller.

Ich hatte immer noch mein Kambodschanisches Handy, das über kaum Speicherplatz verfügt. Daher hatte ich bei Maps.me zwar die Balikarte runtergeladen, allerdings ist das Handy so selbstständig, das es den Speicher selbst und ständig bereinigt, ohne mit mir abzusprechen, was ich jetzt davon wichtig finde.

So war mein Telefon der Meinung, Navigation in einem fremden Land wird überbewertet und hat es einfach in den Papierkorb verschoben vor Abfahrt.

Auch meine gekaufte SIM- Karte für Bali mit „grenzenlos“ Internet, kam bei der Navigation an seine Grenzen. Wenn es funktionierte hatte es eine Rechts-Links-Schwäche. Wenn ich überall abgebogen wäre, wo der Navi mich abbiegen lassen wollte, wäre ich mit dem Roller direkt im Reisfeld oder im See oder gar in einer Hauswand gelandet. Zum Glück habe ich nicht alle Anweisungen befolgt und bin smarter Weise auf der Strasse geblieben.

Ich wollte gegen Norden, und dachte mir dann so, „naja, wenn man kein konkretes Ziel hat, kann man sich ja auch nicht verfahren. Und da ich noch nichts von Bali kannte, war es ja auch Wurst, wohin zuerst.

Mein Plan, wenn es zu regnen beginnt oder gefällt wird angehalten und ein Zimmer gesucht.

Die Fahrt brachte mich durch wunderschöne Reisterrassen und kleine Dörfer- mit den einzigen 5 Songs im Ohr, die ich am Handy downlowden konnte.

Ich sass so auf dem Roller, genoss den Wind im Haar und die Sonne auf der Haut. Und als ich grad abschweifte mit meinen Gedanken und in Hamburg hängen blieb, schwupp die wupp, schenkte mir das „Universum“ Heimatgefühle in Form von Platzregen. Mitten am Arsch der Heide.

Ich fuhr weiter, versuchte es immer wieder ein paar Meter und hielt an, um mich unterzustellen. Ich hab einfach Null mehr gesehen auf dem Roller. Stunden dauerte es bis ich im nächstgelegenen Dörfchen ankam. Nass bis auf die Unterhose. ich fragte nach einem Guesthouse, einem Homestay, irgendwas zu pennen. Negativ. Es hörte nicht auf zu schütten, mir war auch arschkalt. Ich hatte nur einen kleinen Rucksack gepackt und all meine Klamotten waren nass.

Ein freundlicher Balinese bot mir an in dem Vorraum seiner Hütte zu schlafen und gab mir ein Handtuch und ein Kissen. Wie das Dörfchen hiess? Kein Plan. Konnte ich auf keiner der Karten aufrufen. Es war irgendwo zwischen Ubud und Munduk, näher an Munduk und schon etwas höher, daher kälter.

Geschlafen hab ich dort auf dem Boden beschissen. Ich war dennoch froh ein Dach gefunden zu haben mit einer Art Wände drum herum.

Morgens hing ich meine Klamotten zum Trocknen an den Lenker des Rollers beim Fahren. Sah etwas aus als hätte ich ihn von der Kelly Family geklaut. Erfüllte aber seinen Zweck.

Ich fragte immer wieder bei einer Abbiegung wo es nach Norden ging.

Ein Typ sagte: „Stell den Roller mal ab, hier ist eine Hochzeit. Komm einfach mit rein. Der Norden läuft nicht weg.“

Balinesische Hochzeit

Es war unglaublich so etwas Aussergewöhnliches zu erleben.

Ich glaube nicht, das man als „Tourist“ oft die Möglichkeit hat so einer Zeremonie beizuwohnen.

Ich dürfte mir anschauen, wie das aufwendige Make Up gemacht wird, wie es hinter den Kulissen in der Küche zu ging, wurde den Brautleuten und deren Angehörigen vorgestellt, dürfte mit Xylophon spielen, am Buffet teilhaben. Alles war bezaubernd hergerichtet und die Leute sehr freundlich und hiessen mich willkommen.

Mein „Guide“ durch die Hochzeit

Braut

und Bräutigam

Krönchen zurecht rücken, und ab zum „Altar“

Schwester und Großmutter der Braut

Ich und die Hochzeitsgesellschaft

Das Buffet

Der Koch

Beim Essen

Munduk

Die Gegend von Munduk ist bisher mein Highlight von Bali. Diese wunderbare Berglandschaft mit herrlichem Ausblick über die beiden Seen und die Reisterrassen. Wenn man die Serpentinen hoch fährt sitzen kleine Affen am Strassenrand.

Munduk hat einen wunderbaren schönen Wasserfall. Er ist ziemlich versteckt. Hat man den Weg erstmal gefunden, lohnt sich der Abstieg.

Lovina

Lovina ist die zweitgrösste Stadt im Norden Balis. Sie ist nicht ganz so touristisch überlaufen, jedoch waren mir hier die balinesen bisher am unangenehmsten und etwas aufdringlich. Lovina liegt am Meer, der Strand ist wie in den meisten Teilen Balis schwarz aufgrund des Vulkans.

Googelt man Lovina gibt es hier einige Dinge zu sehen, wie zum Beispiel den Aling aling Wasserfall und die weiteren 6 Wasserfälle in der selben Gegend, die Hotsprings oder den Buddisthischen Tempel. Einer der Wenigen, da Bali überwiegend Hinduisthisch ist.

Am ersten Abend in der Reggae Bar hatte ich 6 „Securitys“ wie sie sich nannten. Dabei wollte jeder der um die zwanzig jährigen Balinesen aufpassen, dass mich der andere nicht anfasst. Nervig war das schon Etwas. Als ich dann erwähnte das ich 33 bin, hatte ich schon 2 weniger. Die Anderen schien das nicht zu stören. Alle boten mir an mich zum Tempel und zu den Wasserfällen zu bringen, da es so unglaublich schwer sei, diese selbst zu finden. Pille Palle. Geht natürlich ohne Navi und minderjähriger Begleitung.

Auf dem Weg zum Along Aling Wasserfall

(Vom Wasserfall selber hab ich keine Bilder, es war zu nass dort für die Kamera)

Noch ein paar Selfies, ich hab jetzt nämlich auch ein Affenzepter! Und ja, die Blumen wurden mir beim Eingang ins Haar gesteckt und sind eines  natürlichen Todes durch den Helm erlegen .

Auf dem Weg nach Amed

Ich hielt unterwegs nochmal an einem Wasserfall an und an einem Hindhu-Tempel.

Dort musste ich mir einen Bodenlangen Sarong umbinden, die Schultern bedecken, einen Seidengürten umbinden und würde als erstes gefragt ob ich meine Tage hätte. Und ich erst so: „Das geht dich doch wohl nix an!“ Und er so:“ Wenn ja darfst du hier nicht rein!“ (gilt als unrein)

Draussen gab es ein Wartemäuerchen für menstruierende Frauen 🙂

Amed

Amed liegt im Osten von Bali und ist bei Tauchern bekannt durch die Beiden Schifffracks die hier vor der Küste liegen.

Da ich irgendwann Dive Instructor werden will wollte ich hier dem Ganzen ein Stück näher kommen und meien Rescue Dive Schein machen.

Ich fuhr einmal durch die Stadt und suchte nach einem gemütlichen Cafe, in dem ich Internetzugang bekommen konnte und hielt an einem Shop mit einigen Sitzkissen draussen. Ich schaute mich kurz um und stellte fest, das ich vor einem Diveshop war, nicht vor einem Cafe. Carry, die hier gerade das Dive Master Training machte, fragte mich, ob sie mir helfen könne.

Sie war mir sofort sympatisch, also fragte ich nach dem Rescue Kurs. Auch sie hatte ihn erst vor kurzem gemacht. Ich ging mit ihr rein und auch die Leute drinnen mochte ich auf Anhieb. „Eigentlich wollte ich nach einem Hostel schauen“. Und zack, sie hatten eins, das sogar umsonst war, wenn man mit ihnen einen Kurs machte. Bucu Homestay. Ein wunderbares Hostelzimmer mit Aircon in schönen Innenhof in dem eine Familie lebt.

Carry und Thibo luden mich zum BBQ zu ihnen nach Hause ein, sie waren Beide so liebenswert, das ich mich entschied den Kurs bei ihnen bei BLD zu machen,

Am übernächsten Tag starteten wir. Thibo organisierte mehrere „Schauspieler“ und wir arbeiteten erst an der Prävention meines eigenen Stresses vor dem Tauschen und einem eigenen Stress unter Wasser. Sie drehten mir den Sauerstoff ab, klauten mir Maske und Flossen, ich musste mein komplettes Equipment unter wasser aus und wieder anziehen, ohne Maske schwimmen, ect. Man merkt wie man immer ruhiger wird. Der Zweite Tauchgang war „Accident Management“, was soviel hieß wie Gefahren zu erkennen und diese Probleme unter Wasser zu lösen. Probleme die überwiegend mein Buddy und die beiden Anderen hatten.

Der dritte Dive war schon taffer, ich musste einen verschwundenen Tauscher finden, dieser war bereits bewusstlos, ihn an die Wasseroberfläche bringen, ihn während ich ihn in Richtung Strand zog bereits beatmen und vom Equipment befreien. Dabei auch schon meine Gurte lösen und ihn dann zum Ufer auf dem Rücken tragen und ihn dort zu reanimieren beginnen. Der vierte war ähnlich, nur kam hinzu, dass ich das bewusstlose Opfer auf ein Boot bringen musste und mich natürlich auch. Die Strömung war ziemlich heftig, die Wellen hoch und es regnete aus Kübeln. Ich war am Ende. Aber ich habe es geschaft. Ich bin Rescue Diver.

Thibo hat mich wunderbar durch den Kurs geführt und mich ganz schön gepushed und an meine Grenzen gebracht. Die Bedingungen waren nicht einfach, umso mehr fühlt man sich danach sicher wenn man es hinbekommen hat. Ich war mega erschöpft, aber es hat auch mega Spass gebracht. Ich hoffe denoch, das mir diese Situationen ersparrt bleiben.

Mit Thibo war ich dann noch beim USAT Libarty Wreck, dass ich getauscht bin.

Ich kam mir etwas vor, als würde ich die Titanic durchtauchen. Man stellt sich vor wie es ausgesehen hat, bevor es 1963 im Meer versank und von Korallen bewachsen ist.

Man kann noch Details wie das Steuerrad erkennen. Schon cool.

Die USAT Liberty wurde 1918 als Versorgungsschiff der Amis gebaut und 1942 an die Küste Ameds „geparkt“. Der Vulkanausbruch 1963 brachte sie zurück ins Meer.

Gilli Islands

Gilli T

Die Gillis sind eine Inselgruppe vor Lombok im Osten von Bali.

Gilli T ist bekannt als die Partyinsel, Gilli Air etwas ruhiger und auf Gilli Meno ist es so ruhig, dass sie bei den meisten als Honeymoon- Insel bekannt ist.

Ich wollte zuerst nur auf Gilli Air um die letzten 2 Wochen meiner Reisen gemütlich am Strand mit nichts tun ausklingen lassen.

Allerdings beschloss die Gruppe des Divecenters in Amed mich zu begleiten und meinen Rescue Diver mit mir dort zu feiern. Und zum Feiern gingen wir lieber auf Gilli T.

Ich musste meinen Roller zurück nach Ubud bringen, und kam von dort nach. Als ich ankam war die Truppe bereits sternhagelvoll.

Wir hatten eine super unterkunft im Woodstock-Hostel und teilten uns dort das Family-Apartment.

Am Strand reihen sich mehrere Bars. Und da es dort keine Strafen für Drogen gibt, sind die meisten hier auf Mashroomshakes.

Gilli Air

Nachdem die Truppe wieder zurück nach Amed ging, fuhr ich auf Gilli Air weiter.

Dort traf ich Basi, der mit mir nach entspannten Strandtagen und einigen Bieren weiter nach Lombok, meinem letzten Stop reiste.

Die Gilli Inseln sind total klein und locker zu Fuss in einer halben Stunde umrundbar.

Lombok

Lombok ist eine traumhafte, saftig grüne Insel.

Hier gibt es einige Surfspots und ziemlich coole Wasserfälle. Einer davon geht direkt ins Meer und entsteht, dadurch, das die Wellen über die Klippe gehen.

Ich hab mal ein Video zu Indonesien geschnitten, damit bekommt ihr einen ganz guten Eindruck von dem wunderbaren Land.