Project Description

Die Reise beginnt in Costa Rica – von Anfang an lesen.

Ich flog von Managua (Nicaragua) nach Honduras auf die Isla de Bahia nach Roatan. Eigentlich wollte ich nach Utila und dort meinen Tauchschein machen. Da Utila keinen Flughafen hat, wollte ich dorthin mit dem Boot weiter. Der Flug ging über El Salvador mit einer kleinen Maschine mit zwei Einzelsitzreihen links und rechts. Das Flugzeug hatte gerade mal Platz für 50 Leute. Der Flieger flog so tief, das man beste Sicht auf Honduras hatte.

 

Roatan

In Roatan angekommen ging es mit dem Sammeltaxi für 3 $ nach „Sandy Bay“ zu der anderen Seite der Insel. Ich bekam ein günstiges Hostel für Inselverhältnisse. (ca 6$ die Nacht). Sandy Bay war tot und der Strand völlig verdreckt. Auf dem schönen Teil der Insel in West End waren die Hostelpreise wahnsinnig überteuert.

Die Taxis hingegen waren supergünstig und ich konnte für 50 Cent von Sandy Bay rüber fahren. Ich lief die Straße in West End entlang und hörte ständiges Pfeifen. Für die Jungs, alle dunkelhäutig, bin ich das perfekte Beuteschema. Blond, weiss, dicker Hintern.

Ich ging ins „Blue Marlin“ eine Bar direkt am Wasser, die Mittwochs „Live Music“ hat. Ich setze mich an die Theke und bestellte ein Bier. Neben mir saß Sam. Wir unterhielten uns recht nett. Er war hier geboren und hasste es Spanisch zu sprechen. Hier auf der Insel ist Englisch die erste Sprache. Sam fragte, wie lange ich hier bleiben würde und ich meinte, dass ich in 3 Tagen nach Utila weiter möchte, weil ich dort meinen Open Water machen wollte und die Preise niedriger sind.

Sam

Meine Tauchschule

Erst sagte er, Utila sei scheiße, hätte das Riff viel zu weit von der Insel. Und das man erst ewig mit dem Boot raus müsse. Dann fragte er, „Wieviel zahlst du in Utila für den Schein?“ Ich meinte: „Ca. 180€ mit Unterkunft“. Er telefonierte: „Hi Uwe, I have a friend here, she likes to do her Open Water in Utila. I want her to stay here. Can you give her a discount, cheaper than Utila?“

Dann sagte er: „100 $ für  den Schein und ein günstiges Zimmer finden wir dir auch. Bleibst du hier?“

West End

Mein neues Hostel in West End

Er telefonierte nochmals und machte mir ein Bett in einem Dorm  für 5 Tacken die Nacht klar. Mit eigener Küche und Bad. Damit war die Entscheidung gefallen. Sam holte mit mir mit seinem Roller meine Sachen von Sandy Beach und ich zog um.

In West End ist der Strandabschnitt sehr klein. Man kann aber vom Pier mit einem Taxiboot günstig zu Westbay fahren. Der Strand ist wunderschön, und auch die Fahrt mit dem Speedboat. Pulvrig weiss ist der Sand und türkisblau das Wasser. Man sollte die Stunden meiden, wenn die Cruiseschiffe anlegen, aber das ist ja überall das gleiche.

Ich hätte Wochen an diesem paradiesischen Ort verbringen können. Ok, ein paar Probleme hatte ich hier auch: der Kaffee wurde ums verrecken nicht kalt, die Eiswürfel im Mojito hatten eine Lebensdauer von wenigen Minuten, der ein oder andere Sixpack-Latino verdeckte ab und an die Sicht aufs türkisblaue Nass, der weiße Sand klebte wie Kaugummi an den Füßen und man musste sich kontinuierlich wenden, dass einem der Arsch nicht verbrannte.

Abends traf ich mich mit Sam. um Superbowl schauen oder auf einige „Salva“ (Lokals Bier hier) im Blue Marlin.

Tagsüber nahm ich Tauchstunden bei „Tylls Dive“ . Ich stellte mich superdämlich an -anfangs. Nach 3 Minuten Tauchen ging ich panisch an die Oberfläche und schnappte nach Luft. Als ob ich davor nicht unter Wasser geatmet hätte. Nach einiger Zeit hatte ich den Bogen raus. Nach 6 Tauchgängen in 20 Meter Tiefe kam der Tag der Prüfung. Prüfungen sind nicht mein Ding. Sam sagte, sollte ich nicht bestehen, singt er für mich Mittwochs in der Bar. Ich glaube er hatte mehr Schiss als ich. Als  ich die Fragen beantwortete, saß er schwitzend daneben.

Ich bemerkte, dass das Pfeifen weniger wurde, als ich die Straße lang ging. Als ich am Pier der Taxiboote für die Fahrt zum Strand zahlen wollte, verriet man mir auch warum. „Nein, du musst nicht zahlen, du bist doch eine Freundin von Sam.“ Ich durfte überall umsonst mit hin, zu den „Cayos Cochinos“, zum „Octopus-Fishing“ oder „Speer-Fishing“. Die Cayos Cochinos ist eine Inselgruppe im karibischen Meer umgeben von Korallenriffen. Die Inseln sind Großteils unbewohnt und ein Ausflug dorthin ist für Backpacker normal nicht im Budget Die Octopusse  fingen wir mit Hilfe von Harpunen. Dann mussten wir die Farbe raus waschen, da sie sonst nicht genießbar sind. Was wir gefangen hatten, bereitete Sams Mum dann Abends für seine gesamte Familie und uns zu.  Seine Jungs nahmen uns in ihren Booten mit raus zum Tauchen. „Tylls Dive“ gab uns das Equipment dafür. Sam kannte das Meer wie seine Westentasche, zeigte mir sämtliche unglaubliche Unterwasser Welten. Barrakudas, Mantas, Riesenschildkröten, Muränen und Walhaie. An der Oberfläche angekommmen, wurden wir von seinen Homies mit einem kühlen Bier empfangen und zurückgebracht.

Nach 2 wunderbaren Wochen musste ich weiterziehen. Mit dem Schiff ging es aufs Festland. Von dort nach San Pedro de Sula und weiter nach Copan. Im Bus lernte ich Christian kennen, der witziger Weise in Hamburg 3 Straßen von mir entfernt wohnt.

In Copan angekommen suchten wir uns ein günstiges Hostel. Eigentlich wollten wir nur am nächsten Tag zu den Maya-Ruinen. Die Stadt ist aber so hübsch, dass wir ein paar Tage blieben. An einem Abend landeten wir in einem bayrischen Wirtshaus, ich konnte nicht dran vorbeigehen. Es gab Augustiner und Zwiebelrostbraten mit Kässpätzle. Die Blasmusik im Hintergrund und die Lederhosn sparten sie sich Gott sei Dank.

Wir machten uns auf zu den Maya Ruinen in Copan. Copan ist eine bedeutende Stadt und die Ruinen stammen aus der Blütezeit des 8. Jahrhunderts. Bald darauf wurden sie verlassen und verfielen. Seit dem 19. Jahrhundert werden sie erforscht und gehören zum UNESCO WELTKULTURERBE.

Von Copan aus ist man ziemlich schnell an der Grenze zu Guatemala. Meinem persönlichen Lieblingsland in Mittelamerika.

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