Project Description

Die Reise begann in Costa Rica. Von Anfang an Lesen.

Antiqua und der Vulkan Pacaya

Im Bus nach Guatemala lernte ich  Carlos kennen. Ein Model aus Argentinien, der sich seiner Wirkung bewusst war.

Das erste Ziel war Antigua. Christian machte hier nur einen kurzen Zwischenstopp für einen Tag, da er eine Freundin in Xela besuchen wollte.

Antiqua ist eine Kleinstadt unweit entfernt von Guatemala City. Die Stadt ist wunderschön und bekannt und beliebt durch seine barocke Kolonialarchitektur. Zahlreiche halbzerstörte Barockkirchen zieren das Bild dieser Stadt. Die Stadt ist umgeben von aktiven Vulkanen. Ich bestieg zusammen mit Christian den Vulkan Pacaya. Um 5 Uhr morgens gings los. Wir brauchten dafür 2 Stunden. In den Kratern konnte man grillen. Wir waren so schlau uns Bier mitzunehmen. Der Weg dorthin ist beschwerlich, aber gut machbar. Ich hatte noch nie einen Vulcan bestiegen und fühlte mich wie auf dem Mond. Naja, ich war auch noch nie auf dem Mond, aber so stellte ich mir das vor.

Das Gestein auf einem Vulkan ist hart und dunkelgrau bis schwarz, so wie es eben erkaltet ist. In der Luft dort oben hing ein dichter Nebel, der den Vulkan noch mystischer wirken lies. Aus den Kratern stieg dicker Dampf. Oben auf dem Vulkan war eine eisige Kälte, nur wenn man zu nah am Krater stand kam einem eine Hitze entgegen, die die Schuhsohlen schmelzen lies. Aufgespießt auf einem Stecken hatten wir unser Grillgut. Ein aufregendes Gefühl auf einem aktiven Vulkan zu stehen, unberechenbar, wann er das nächste mal spuckt.

Der Vulcan ist der aktivste in Centralamerica und brach einen Tag später, nachdem wir oben waren aus.

Christian zog am nächsten Tag weiter. Ich zog durch die Stadt und traf Carlos wieder. Ich musste für einen damaligen Freund Zigarren mitbringen, also gingen wir in den Laden, der mir von einem Guatemalteke  in Costa Rica empfohlen wurde. Die Stadt bot unglaublich viele versteckte Läden, einen Buchladen, bei dem man sich um Jahrhunderte zurückversetzt vorkam. Kleine Cafés in den Hinterhöfen. Trotz viel Tourismus wirkte die Stadt nicht touristisch. Die Straßen waren gepflastert, im Zentrum gab es einen kleinen Park. Um den Park herum gab es mehrere mit Säulen verzierte Gebäude die dem Kolosseum glichen. Ging man etwas weiter aus der Stadt heraus, gab es einen Markt der über Obst und Gemüse, einigen Essensständen sämtlichen Krimskrams anbot. Hierher verliefen sich nur die Einheimischen selbst, dadurch wurde er zu meinem Lieblingsort der Stadt. Die Früchte schmeckten so saftig und süß, das man nicht dran vorbeigehen konnte. Die Frauen in Guatemala tragen oft noch Traditionelle Gewänder.

Oft kamen hier die Schulklassen in der Mittagszeit in ihren Schuluniformen zum Mittagstisch. Ich habe selten derart herzliche und hilfsbereite Leute getroffen. Mir riss mein Schnürsenkel, ich fragte jemanden, ob ich sowas irgendwie kaufen kann. Mit Händen und Füssen natürlich. Wer weiß schon was Schnürsenkel auf Spanisch heißt.  Und alle kamen mit und machten sich mit mir auf die Suche und fragten sich durch.

Christian reiste gleich am nächsten Tag weiter und ich blieb noch ein paar Tage mit Carlos in Antiqua, bevor es weiter zum Lago Atitlan nach San Pedro ging. Im Hostel „Terrace“ lernten wir an einem Abend beim feiern Lucy und Chloe kennen. Das Hostel ist ok zum Feiern, wer pennen möchte ist hier falsch, da bis spät nachts laut Musik gespielt wird.

Lucy, Chloe, Carlos und ich machten uns nun zusammen auf den Weg nach San Pedro in einem Minibus, in dem noch ein alter Mexikaner und zwei andere saßen.

Die Strecke ist sehr kurz, trotzdem dauert sie aufgrund der Straßenverhältnisse mehrere Stunden. Bei uns noch länger, wir hatten eine Reifenpanne. Skurril war, das wir während des Wechsels nicht aussteigen konnten, da der Van so nah an der Hauswand stand, dass niemand aus der Tür kam. Also waren wir 3 Stunden gefangen im Auto. Wer Mittelamerikaner schon mal bei der Arbeit beobachtet hat, weiß, das sie nicht die schnellsten sind. Ich hatte meine Gitarre mit, die ich in Costa Rica gekauft hatte, der Mexikaner spielte und sang, der Fahrer reichte uns Chips und Bier durchs Fenster.   So verging die Zeit wie im Flug.

Lago Atitlan, san Pedro, san Marcos

Carlos fuhr gleich weiter nach Mexiko. Zu unserer Gruppe stieß Wileke aus den Niederlanden zu. Chloe und Lucy kannten sie aus ihrer Zeit in Nicaragua. Wir schlenderten durch die Straßen und blieben alle vor einem Ledertaschenladen stehen. Jede von uns verliebte sich auf Anhieb in 2 Taschen. ich hatte mir einen Rucksack ausgesucht. Wir rechneten alle Taschen zusammen und verhandelten. Der Preis für 8 Taschen blieb bei 800 Quetzals stehen. Dann entschieden wir uns, dass wir alle kein Geld für sowas übrig hatten und gingen auf ein Bier.

Als wir in die Bar gingen, hieß es, es wäre heute Pup-Quiz und wir dürften nur bleiben, wenn wir als Team mitspielen. Also schrieb Lucy als Quizname „I just quizzed my pants“ auf und wir bekamen die Fragen. Neben uns saß ein Tisch mit alten Kanadiern. Der Tisch gegenüber sagte uns, das die Kanadier seit einem haben Jahr ungeschlagen seien und immer gewinnen. Wir waren eigentlich nicht wirklich bei der Sache. Und der ursprüngliche Plan war nach einem Bier ins Bett zu gehen.

Wir reichten den Zettel rum und jede von uns schrieb auf, was sie wusste.  Wir gaben den Zettel ab, zahlten unsere Rechnung und verquatschten uns noch beim Gehen. Der Moderator rief unseren Quiznamen durchs Mikrofon und wir dachten wir hätten was vergessen zu zahlen. Dann sagte er ihn nochmal durch und fragte, ob wir unseren Preis nicht wollen würden, wir hätten gewonnen. Wir gingen hin und fragten, was wir gewonnen hätten.

Den ERSTEN PREIS, 2000 Quezals. 250€!!!!

WOHHHHOOOOOOOOO!!!

Wir beschlossen 800 Quetzals für die Taschen beiseite zu legen, jeder bekam 150 Quetzals für sich zum Reisen und die restlichen investierten wir für Tequila die ganze Nacht für alle in der Bar. Die Party ging los. Während der ganze Laden am Feiern war und sich mit uns freute, diskutierten die Kanadier, wie es sein könne, das vier Blondinnen das Quiz gewonnen haben. Und warfen dem Moderator vor, das eine von uns mit ihm im Bett war und überprüften das Ergebnis. Die ganze Woche war das Thema im Ort, dass das nicht mit rechten Dingen zu ging. Aber wir schlugen sie um 2 Punkte.

Der Rucksack begleitet mich seither, und es gab glaub ich keinen Tag ohne ihn auf meinem Rücken. Ich liebe dieses Teil und hab ihn schon mehrfach flicken lassen. Wer mich kennt, kennt mich nicht ohne diesen Rucksack.

Lucy und Chloe

Meist hing ich mit Chloe und Lucy in der „Sublime“ Bar ab. Der Kaffee kostete in San Pedro 1 €, der Mojito 45 Cent. Also chillten wir in der Sonne und ließen es uns gut gehen. Bei enormen Tatendrang mieteten wir uns ein Kanu und fuhren rüber nach San Marcos.

Chloe und Lucy flogen von Guatemala City nach Hause nach England. Am nächsten Tag kam Christian zurück aus Xela und wir machten uns zusammen auf den Weg nach Semuc Champay zu den natural Pools.

Semuc Champey

Die meisten nahmen sich hier ein Hostel in Lanquin. Christian und ich gingen ins „Posada Las Marias“

Das Hostel liegt direkt an den Pools. Wir fuhren mit einem PickUp zum dorthin. Die Straßen waren mit Kies aufgeschüttet, steil und mit Schlaglöchern. Vor uns rutschte eine Familie mit dem Roller und glitt den ganzen Abhang runter. Ich hatte ein kleines erste Hilfe Sett im Rucksack und rannte hin. Der Unfall sah schrecklich aus. Das 3 Jährige Kind hatte sich am Kopf verletzt. Dem Vater stand der Knochen vom Ellenbogen raus. und die Mutter gab unter Tränen an, das ihr nichts passiert sei. Sie hatte ihre Beine Komplett verletzt, schämte sich aber ihren Rock zu heben. Ich versorgte erst das Kind, leuchtete in die Pupillen und desinfizierte und verband die Wunde. Dann nahm ich die Mutter beiseite und versorgte ihre Verletzungen etwas Abseits. Dann war der Vater dran. Ich gab ihnen noch einige Schmerzmittel mit und bat unseren Fahrer die Drei ins Krankenhaus zu bringen. Der Roller war hinüber.

Semuc Champay ist ein kleines Wunder der Natur. Mitten im Dschungel gibt es hier er natürliche Becken, in denen das Wasser von einem zum anderen fließt. Steigt man die Treppen nach oben, kann man das ganze von oben betrachte. Das türkisblaue Wasser in den Lehmfarbenen Becken mit der Kulisse des Dschungels gibt ein atemberaubendes Bild ab. Der Aufstieg, der einen ganz schön zum Ölen bringt ist jede Stufe wert. Unten wieder angekommen kann man sich in einem der unzähligen Pools abkühlen.

Ich blieb noch eine Nacht in Laquin und lernte dort Jurrian kennen. Er war mit einer riesen  Gruppe unterwegs, die nur am Feiern war. Auch er wollte nach Rio Dulce weiter. Christian fuhr direkt von Semuc nach Tikal. Julian war meine neue beste Freundin.

Rio Dulce und Livingston

Rio Dulce war ein Traum. Ein kleines Dörfchen am Fluss, der an manchen Stellen aufgrund seiner Breite eher einem See glich. Auf dem Wasser schwammen Unmengen von Seerosen. Die Ufer waren wild dschungelartig bewachsen. Dazwischen standen kleine Hütten mit Stegen davor, an denen die Leute ihre Wäsche wuschen. Die Kinder sprangen hier ins Wasser und hatten Megaspaß.

Unser Hostel „Kangaroo“ war einmalig schön. Oben im Dach war ein großer Schlafraum für alle. Unten war eine große Terrasse, die gerade mal einen Tisch zum Wasser raus hatte. Im Hostel waren gerade mal 5  Gäste. Jurrian und ich verbrachten die Tage damit Radler zu trinken und aufs Wasser zu schauen, uns Geschichten von Männern zu erzählen. Ich war definitiv der Kerl in unserer kleinen Runde. Jurrian ist stockschwul und eine entzückende liebenswerte kleine Diva. Wir haben so viel gelacht.

Manchmal fuhren wir mit dem Boot nach Livingston. Eine Kleinstadt mit besonderem Flair an der Karibikküste.  Livingston liegt an der Mündung des Río Dulce in den Golf von Honduras. Der Ort mit seinen etwa 16.000 Einwohnern ist nur über den Seeweg erreichbar. Der Río Dulce verbindet den 30 km landeinwärts gelegenen Ort El Relleno und den Izabal-See mit der Karibik.

Livingston ist bekannt für seine ungewöhnliche Mischung verschiedener Volksgruppen und Kulturen wie Garifuna, Kekchí und Ladino. Die Stadt prägen die Garifuna, die einzige dunkelhäutige afrokaribische Volksgruppe Guatemalas. Die wurden von den Spanier als Sklaven erst auf der Insel Roatan (Honduras) angesiedelt von wo aus sie die Küsten des Festlandes besiedelt haben, von Belize bis Nicaragua. Die Meeresfrüchte sind der Wahnsinn dort.

Playa Blanca

Von Livingston konnte man mit dem Boot einen Tagesausflug zum Playa Blanca machen. Mit einen kleinen Speedboot, in dem 8 Leute Platz hatte fuhren an diesen Traumstrand. Niemand außer unserer Truppe war dort. Nur wir, schneeweißer Sand, der umgeben von Palmen war und das türkisblaue Meer. Unser Bootsfahrer brachte ordentlich Rum mit, holte uns Kokosnüsse von den Palmen, öffnete den Deckel goss etwas Kokoswasser ab und füllte es mit Rum wieder auf. Koko-Loco! Wunderbar.

El Paraiso.

Unweit von Rio Dulce ist der einzige heisse Wasserfall der Welt. El Paraiso.  Dort kommt ein heisser Fluss durch den Wald. Als Wasserfall kommt dann das 60Grad heiße Wasser von oben in der eisigen, von der Natur geformten Pool. So kann man eine heiße Massage von oben und die perfekte Abkühlung von unten genießen.

Zurück im Hostel lernten wir am Abend Kristina kennen. Sie ist etwas jünger als ich und unglaublich bereist. Kristina bot mir etwas von ihrer Haarkur an, als ich beim Kämmen Haare am Fluchen war. Da war das Eis gebrochen. Ich quatschte mit ihr noch einige Zeit weiter.  Jurrian ging schon ins Bett nach dem Essen, weil wir am nächsten Tag nach Tikal aufbrachen. Ich teilte mir mit ihr  noch einen Pina Colada, den uns der Typ hinter der Bar ausgab.

Ich verabredete mich mit ihr in Mexiko. Ihr Flieger nach Hause ging einen Tag vor meinem.

Kristina und ich sind bis heute Beste-Reise-Freundinnen.

Tikal – Maya Ruinas.

Nach etwa 7 Stunden Busfahrt kamen wir in Flores an und bekamen zwei Betten im „Los Amigos“ Hostel in der nähe von Tikal. Tikal ist eine antike Stadt der Maya in den Regenwäldern des Peten im nördlichen Guatemala mit bemerkenswerten Stufentempeln. Sie war eine der bedeutendsten Städte der klassischen Maya-Periode und ist eine der am besten erforschten Maya-Städte. Die ersten Siedlungsspuren reichen ins frühe 1. Jahrtausend v. Chr. zurück. Im 2. Jahrhundert begann die eigentliche städtische Entwicklung mit der Errichtung von Tempeln, Stelen und Palast-Tempel-Komplexen. Im frühen 9. Jahrhundert schwand die Macht von Tikal, die Bautätigkeit hörte auf. Spätestens im 10. Jahrhundert war die Stadt vollständig verlassen.

Wir standen Nachts um vier auf, um die Sunrise-Tour zu machen. Alle waren begeistert, die davon erzählten. Man klettert hoch auf eine der Ruinen, die aus dem Dschungel ragen. Von den Stufen aus wartet man dann bis die Sonne aufgeht und der Dschungel mit all seien Geräuschen zum Leben erwacht.

Da saß ich nun mit Jurrian, todmüde, erwartungsvoll und absolut gespannt, wie das gleich abgeht, wenn die Brüllaffen und sämtliche Vögel loslegen.

Tikal hat eine riesige Fläche und die Ruinen sind gigantisch bewachsen. Schaut man auf die Baumwipfel sieht man dort die großen schwarzen Affen. gebrüllt hat nur ein Einzelner. Der Rest schlief.

Einige packten ihre riesigen Stative aus um das Erlebnis zu filmen. Uns vielen die Augen zu, nichts passierte. Über den Baumkronen hing ein dichter Nebel. Von der Sonne weit und breit keine Spur. Kein einziger Affe brüllte, kein Vogel sang. Die Leute filmten trotzdem fleißig weiter. Da saßen wir nun zwei Stunden und betrachteten den Nebel, dann die filmenden Menschen, da das viel spannender war. Wir fragten uns welche arme Sau sie zwingen würden, diesen Film zuhause anzuschauen.

Vor einer der Ruinen stand ein Mann der Unkraut zupfte. Er fragte mich, ob ich ängstlich sei. Ich sagte: „Normal nicht“. Dann sagte er ich soll die Augen schließen und meinen Arm ausstrecken. Es kitzelte seltsam. Ich machte die Augen auf und hatte eine übel behaarte, große Vogelspinne auf meinem Unterarm.

Ich nahm es dem Typen nicht krumm, dass er mich nicht vorwarnte. Ich hätte mich das sonst nicht getraut.

Trotz des missglückten Sonnenaufgangs und der Müdigkeit hatten wir einen unglaublich schönen tag und lachten viel. Die Ruinen sind mehr als beeindruckend und sind für mich die schönsten, die ich auf meiner Reise sehen durfte.  Eigentlich war jeder Tag mit Jurrian ein Wunderbarer. Wir ließen den Tag gewohnt mit viel Radler ausklingen, bevor wir unsere Reise in Belize fortsetzten.

weiter geht die Reise nach Belize