Project Description

Die Reise begann in Thailand – von Anfang an lesen.

Der Grenzübergang in Hat Lek

Völlig verpennt und verkatert lies ich Sam im Zimmer zurück und musste zum Bus rennen.

Alle Anderen saßen schon drin und warteten ungeduldig. Die Fahrt sollte 5 Stunden nach Shianoukville dauern. Eigentlich wollte ich Shianoukville meiden, da ich gehört hatte es sei zum Phuket von Cambodia in den letzten Jahren geworden . Ist es auch irgendwie. Weg von der Tourimeile gibt es aber durchaus authentischere Ecken weiter Downtown.  Allerdings hatte ich durch einen Barkontakt in Hamburg Kontakt zum Dive Center Cambodia aufgenommen und fragte dort mal an, ob ich dort jobben könnte. Ich sollte vorbeikommen.

Der Grenzübergang war wider Erwarten unspektakulär. Klar, er dauerte länger als vorgesehen und der ein oder andere versuchte extra Dollars zu machen,  indem gesagt wurde, es kostet, damit sie einen über den Grenzübergang begleiten. Was für ein Schmarn, geht natürlich ohne. Für 38 Dollar hab ich ein Ordanary Visa/ BuisnessVisa bekommen, dazu muss man nur ein Passbild einreichen. Das macht auf jeden Fall Sinn für alle, die länger als einen Monat im Land bleiben möchten. Da es unbegrenzt verlängert werden kann und man dazu nicht das Land verlassen muss zum verlängern.

Infos zum Kambodscha Visa

In Shianoukville angkommen hatte „The Dive Shop Cambodia“ am Festland natürlich schon zu. Anstatt um 18h erreichten wir unser Ziel erst nach 10 Stunden um 22h.

Meine erste Nacht schlief ich dann für 5 Dollar im Hostel „Monkey Republik“ in der Touristenecke von Shianoukville.

Ein Partyhostel, im Partyort. Nachts um 2 ging ich auf Toilette, auf dem Weg zurück fragte mich ein Engländer wo das Klo sei. Raus kam er dort wieder nackt. Er schaute sich kurz verdutzt im Zimmer um und beschloss dann sich nackt zu dem Spanier unter mir ins Bett zu kuscheln. Der Spanier checkte das erst, als er anfing ihn zu streichen Ich wusste bis dato gar nicht, dass das gar nicht sein Bett war. Der Spanier erschrack, blieb aber ruhig. Er bat ihn erstaunlich freundlich, zu gehen. England wollte aber kuscheln und legte den Arm um ihn, als ich runtersah. Da war es noch lustig. Ich war überrascht, wie gelassen er über seinen nächtlichen Besuch blieb. Nochmal eine freundliche Aufforderung des Spaniers. Doch der Engländer rutschte immer näher und fing an den Spanier weiter zu begrabbeln. Da fand er es nicht mehr lustig. Nun wurde es lauter. Ich mischte mich nun ein, der Engländer stand auf, ging ins Bett des  Deutschen nebenan, dann war Italien dran. Irgendwann standen dann alle in der Mitte des Raumes, der nackte Engländer in der Mitte und trugen ihn in sein Bett zurück. Er hatte wohl zu oft „How I met your Mother- Der nackte Mann“ geschaut.  Das scheint nur nicht immer zu klappen.

Shianoukville

Ich blieb noch eine Nacht in Shianoukville und traf mich mit denn Jungs vom Dive Shop, die allesamt aus Hamburg waren. Da war ich zum ersten Mal Abends in der „8 Elemento“ Bar. Eine Bar am Meer, jedoch rechts vom Pier an der ruhigeren Ecke, wenn man das in Shianoukville sagen kann. Meine jetzige Festlandstammkneipe. Links vom Pier, versucht eine Bar die Nachbarsbar mit der Lautstärke der Musik zu übertönen und mit noch billigeren Preisen von Buckets zu locken. Shianoukville, wie man es sich´s eben vorstellt. Laut, bunt, grell, besoffene sonnenverbrannte Engländer und gröllende Russen…

Ins „8 Elemento“  gehen all unsere Dive-Instruktor  hin, wenn jemand was auf dem Festland erledigen muss. So manche witzige günstige Abende haben wir hier schon erlebt.

Wenn wir mal alle auf dem Festland bei Manoah sind…

Wohin in Shianoukville?

Günstig und gut Essen:

Manoah – French-Khmer Restaurant 24/7 geöffnet, auf der Strasse runter zum Pier auf der rechten Seite (Bei der grossen Ananas)

Kaffee und Wein und italienische Snacks:

Eno´s Cafe. Bei Utopia links den Berg runter, gleich hinter dem Dive Shop Cambodia. Guter Ort für Bruscettas, Kaffee, Wein, Salate….

Auf ein Bier:

8 Elemento Bar, rechts vom Pier.

Einkaufen:

Samudera Supermarket, gut sortiert im City Center.

Phsar Leu Market, gut für Gemüse und Krimskrams.

Australian Butchery , um ordentliches Fleisch zu kaufen.

Ich muss gestehen, ich bin nicht weit gekommen, da ich in Shianoukville immer nur kurz übernacht war. Eigentlich kenne ich nur die 3 Plätze.

Manoah hat übrigens laut Flyer 24/24 geöffnet 😉

Koh Rong Saloem -Mein neuer Job in der Bar 42 am Sunset Beach

Am nächsten Tag gings auf Boot. Der Dive Shop hat eine eigene SlowFarry mit Hängematten an Deck. Das Boot fährt direkt zum Sunset Beach. Es gibt einige Angebote von SpeedFarry Companies bei denen die Fahrt deutlich kürzer ist, kostet aber ca. 25 Dollar incl. Rückfahrt und geht meist nur zu SaracanBay, auf der anderen Seite der Insel. SaracanBay ist weitaus bebauter und der grösste Strand der Insel. Auch schön, jedoch lang nicht so wunderschön wie der Sunset Beach.

Zum Sunset Beach gelangt man von SaracenBay  durch einen 30 Minütigen JungleTrack. (Der Rekord liegt beim durchqueren bei 9 Minuten 20- kein Plan wie das gehen soll- ich bin bei 22 Minuten und schon stolz drauf…)

Das Video zeigt ganz gut, wie meine 3 Monate hier waren.

Als ich aufs Boot ging lernte ich gleich Mike kennen,  einer der Dive Instructor. Ich fand ihn auf Anhieb ziemlich sympatisch und sexy mit seinem polnischen Akzent. Ich beschloss insgeheim, die Insel nicht zu verlassen, ohne ihn mir geschnappt zu haben. Hat auch geklappt, Mike ist ein kleiner Hefner und ich bin nun auf seiner Liste. Und er auf meiner, wenn ich so zurückblicke, hab ich bisher auch nicht viel anbrennen lassen. (Wo ist hier das kleine Affen-Emoij mit den zugehaltenen Augen, wenn man es braucht ?!?) Er wurde für mich zu meinem engsten Freund auf der Insel. Viele lustige Abende verbrachten wir hier zusammen, tranken White Russian und schauten the Big Lewbowski. Mein „Plan“ war 3-5 Tage auf der Insel zu bleiben. Geworden sind es fast 4 Monate.

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Der Name Sunset Beach kommt nicht von ungefair

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Die Insel ist die kleinere der Ko Rong Inseln und Sunset Beach ist enfach nur paradisisch. Keine Liegestühle, gerade mal 4 Resorts ( Happa Garden Resort, Robinson, Hubba Hubba und Sleeping Trees), Eddys kleiner Supermarkt, der aus einem mittelgrossen Regal besteht, sein Kanuverleih und unser Dive Shop. Wir haben im Dive Shop ein Dorm für 16 Leute. Die Leute, die mit uns Tauchen gehen haben Priorität auf die Betten. Die „Bar 42 “ gehört auch zu uns.  Als ich ankam, stellte ich mich bei Jo und Stephane an der Bar vor. Die beiden sind ein liebenswertes Pärchen aus Frankreich und managen die kleine süße Bar seit einer Weile.

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Jo, Stephane und Sophie

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Jo

Keiner hatte einen richtigen Plan, was ich hier genau zu tun hatte- Dennis (Der Boss des Ganzen) meinte Anfangs ich könnte die kleinen Steine, die im Sand liegen aufsammeln. Das wäre dann doch etwas zu arg eine Beschäftigungstherapie. Pete, einer der Manager dort, hatte bessere Pläne für mich.  Er  beschlagnahmte mich gleich als er das hörte und drückte mir einen Tacker und Reissäcke in die Hand. Meine Aufgabe war mit einer klapprigen Leiter Reissäcke an die Decke des Instruktordorms tackern, die den Sand vom oberen Dorm auffangen sollten. Eine völlige Drecksarbeit im wahrsten Sinne des Wortes, musste aber getan werden, weil den Leuten nachts immer der Sand vom oberen Dorm durch die Ritzen ins Bett rieselte. Die Leiter war so klapprig, das ich Mike bat sie zu halten.  Er sah vergnügt zu, wie mir der Dreck auf meine verschwitzte Haut fiel und schmunzelte als ich am Fluchen war. Der Beginn einer wunderbaren Zeit.

Danach, an der Bar, fragte mich Jo,  was ich als Volunteer am liebsten machen würde. Ich meinte:“ Bar wäre grossartig“. Und somit hatte ich den Job.

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Ich würde mal sagen ich habe mir einen Traumarbeitsplatz geangelt. An der Bar kann man das Meer rauschen hören, es ist nur wenige Meter entfernt. Man sieht die farbenfrohen und malerischen Sonnenuntergänge des „Sunset- Beachs“ im Hintergrund, die Geräusche des Dschungels direkt dahinter. Alles ist superrelaxt, kein Wifi, begrenzt Strom und Wasser, entspannte Leute, liebe Khymers und die Jungs, die nach Feierabend vom Tauchboot kommen und mit sonnengebräunten nackten  Oberkörper an die Bar treten. Es erinnert etwas an den Cola Light Werbung, in der der sexy Typ die Coke aus der Dose trinkt und sie ihm dabei übers Kinn auf den Körper läuft. Und ich steh so hinter der Bar und denk mir so „Trink doch noch Eine!“  Das ging mir in Hamburg in meiner Eckkneipe nicht ganz so.

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Justus mit einer Riesenspinne

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Die liebe Lina von Happa Garden

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Jo und Stephan – meine „Chefs“

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Sophie

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Sushi von Happa Garden

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Sophie und Alex

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Lina und Sophie

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Lara – unsere liebe nächste Divemasterin

Strom gibt es nur von 17-23 Uhr, und Wasser wenn der Tank voll ist. Gegessen wird mit unserer Khymer- Family an einem großen Tisch, Personalessen.  Es gibt Reis, morgens, mittags und abends.  „Rice with Stuff“ – oft weiss man nicht was das ist, was es dazu gibt. Es ist einfaches traditionalles Essen. Wenn es Fleisch gibt, wird das Tier, ohne es vorher von Füssen, Knochen, Augen oder anderen Teilen zu trennen, einfach in Stückchen zerhackt. Meist ist es Reis mit Knochen, und jeder freut sich wenn ein kleiner Fetzen Fleisch dran hängt. Dann sitzen wir alle zusammen am Tisch und die Khymer saugen die Hühnerfüsse aus. Morgens ist mir das oft etwas zu krass, aber meist schmeckt es großartig. Ich bin froh,  die eigentliche Küche Kambodschas mitzubekommen, wie man sie in keinem Restaurant hier finden würde. Trotzdem wird man oft neidisch wenn sich einer an der Bar einen der Bacon- Cheese Sandwiches bestellt und ihn genüsslich vor meinen Augen ist, während ich auf meine Portion Reis warte.

Als Volunteer hab ich Unterkunft und locales Khymerfood frei, dafür arbeite ich 5 Stunden täglich hinterm Tresen. Sonderlich anstrengend ist das nicht. Wir servieren die Getränke ins Happa Garden Resort, die Mädels drüben, können bis auf unsere Lina kaum Englisch und die wenigsten Lesen und Schreiben. Deshalb gehen die Bestellungen über Bildern oder Händen und Füssen. Die Mädels schlagen sich aber alle grossartig und sind durch die Bank liebenswert.

Meine Lieblingsaufgabe ist das Eis morgens zu zerhacken, wenn die Jungs die großen Eisblöcke bringen. Mit einer Art Beil wird dann der Block in kleine Stücke zerlegt und in die Eisboxen verteilt.

Island-Crash Eis ist auch cool: Man nimmt ein Eisstück in die linke Hand und schlägt mit einem Holzknüppel „Bäääähmmm“ einmal fest und gezielt zu. Und fertig ist das Crash-Ice Islandstyle.

Die Leute dort sind mir extrem ans Herz gewachsen und es ist immer wieder schwer, wenn jemand unsere kleine Familie verlässt. Viele von hier sind schon mehrere Jahre hier. Die Insel hält einen gefangen. Auch bei mir waren 3 Monate nicht geplant.

Die Insel ist paradisisch, es gibt wohl keinen anderen Ort der Welt, der mich jemals so gefangen, erholt und verzaubert hat. Auf Sunset Beach gibt es kein Internet, was die Leute dazu bewegt Spiele zu spielen, sich zu unterhalten und kreativ zu sein. Wenn Fragen aufkommen, gibts ein Google- Buch. Da wird alles reingeschrieben. Der Nächste der aufs Festland fährt, beantwortet sie dann. Um einen kleinen Eindruck unseres Insellebens zu bekommen, habe ich die letzten Wochen ein Video zusammen geschnitten. Dort kann man am besten sehen, wie der Alltag in unserem kleinen Paradis abläuft.

Insel und Festlandgeschichten

„Warum sitzen wir auf dem Scheißboot zwischen den Mangos?“ – „Das schöne Boot gehört DÄNEN“

Meine Freundin Alexa kam mich in Kambodscha besuchen.

Meine Freundin Alexa kam mich in Kambodscha besuchen. Ich fühlte mich noch nicht bereit die Insel zu verlassen. Es gab kaum ein anderes Fleckchen Erde, an dem ich mich so wohl fühlte, wie bei den wunderbaren Menschen am Sunset Beach in Ko Rong Saloem, die in dieser Zeit wie eine Familie für mich wurden.

Umso mehr freute ich mich, dass es für Alexa in Ordnung war, erstmal her zu kommen und einige Tage mit mir hier zu bleiben. Ich wusste es würde ihr dort gefallen. Ich holte sie in Shianoukville ab. Wir hatten uns lang nicht gesehen, deshalb gingen wir auf einige Biere ins 8 Elemento. Die Fähre zur Insel führ morgens um 7 Uhr zurück nach Sunset Beach.

Auf Sunset Beach hatte sich eine Gruppe von 20 Däninnen angekündigt, die mit uns Tauchen wollten. Unsere Jungs waren ganz aufgeregt. Emil und Justus, die beiden anderen Volunteere, die zwei Tage zuvor abreisten,  waren ganz traurig, das sie zu dem Zeipunkt nicht da waren. Lucas rasierte sich extra und wusch seine Unterwäsche. Alle fieberten den Mädels entgegen. Also die Jungs zumindest.

Es war mittlerweile 4 Uhr Nachts und Alexa meinte, wir sollten ins Bett, wir müssten ja in 3 Stunden aufs Boot. Und ich so:“ Kein Stress, wir haben ein richtig tolles Boot, mit Kaffee und Donuts an Bord und gemütlichen Hängematten an Deck, da kann man super die zweieinhalb Stunden drin pennen.“

Todmüde brachte uns das Tuk Tuk am nächsten Morgen zum Hafen. Wir brauchten 2 große Tuk Tuks, eher Pick Ups, da ja die Däninnen da waren.

Es waren ganz schön viele Leute, die aufs Boot nach Saloem mussten.

Deshalb mussten Mike, seine Schwester, Tom, Tamzyn, Alexa und ich auf ein anderes Boot, damit die Kunden aufs Gute passten. Zusammen mit den Lebensmitteln und Dingen, die auf die Insel mussten, saßen wir nun auf dem Scheißboot, zwischen den Mangos und Eiern, das Wasser schwappte uns ins Gesicht. Eine Toilette gabs auch nicht, besser- es gab keinen Tür. Wer morgens verkatert Kaffee trinkt und die erste Zigarette raucht, kann sich vorstellen, wie das ist ohne 2 1/2 Stunden auf so einem Boot zu fahren. Nichts von Gemütlichkeit und Hängematten. Wir fuhren dem schönen Schiff hinterher. Alexa so:“ Ich dachte wir fahren mit einem tollen Boot.“ Ich schaute neidisch zum anderen Boot, auf dem sich die Blondinnen an Deck bräunten, und seufzte: „Ne, das gehört heute wohl DÄNEN!“

Soy AMEICA LATINA

Seit zwei Monaten ist Lucas bei uns, Lucas Carranza, Vollblutargentinier. Und wohl der verplanteste jedoch liebenswerteste Typ auf Erden. Wie er es bis zu seinem 22 Geburtstag geschaft hat, ohne sich unabsichtlich selbst umzubringen oder von irgendjemand eine gezimmert zu bekommen, ist mir ein Rätsel. Irgendwie scheint er nicht ganz selbstständig lebensfähig zu sein, ist aber dann wiederum so mitleidserregend und liebenswert, dass er irgendwie durchkommt und ihm jemand aufhilft.

Er kam mit 200 Dollar und den Worten „I am so Lost“ auf unsere kleine Insel.

Einen ganzen Monat saß er an der Bar rum , etwas nach dem Motto „I don´t know what to do with myself“ und verließ den Barradius von 30 Metern nicht, spielte hin und wieder „Shithead“ und machte es sich zur Aufgabe mir auf den Sack zu gehen. Auf keine bösgemeinte Art und Weise, ich kann ihm gar nicht böse sein. „You are so annoying“  So begann fast jedes unserer Gespräche -unsere kleinen Fights vermisse ich jetzt schon. Der Anfang einer wunderbaren Hass-Liebe. Lucas liebt seine spanische Musik, jeder mag spanische Musik, leider hat Lucas nur 5 Songs auf seiner Playlist. Singt und hüpft dabei hinter der Bar, vergisst dabei unsere Bierbestellung, beziehungsweise hört sie bei seiner Lautstärke gar nicht, und taucht ein schönes Mädel an der Bar auf, bleiben wir meist nüchtern.

Als Lucas nach einem Monat aufs Festland kam, bestellte er sich erstmal eine Flasche Rotwein und ein 350g Steak um ein Mädel zu beeindrucken. Ging dann auf die Bank und stellte fest, dass er sich anschließend kein Bier mehr in der 50 Cent Bar leisten kann. Sein Konto war mehr als leer. Jemand lieh ihm 200 Dollar, was machte der Trottel? Er ging zum tatoowieren. „Soy America Latina“ sollte  in grossen Letter auf seinen Rücken. Er schrieb es nieder, sie zeichnete es auf seinem Rücken, zeigte es ihm. Dann kam er ganz stolz zurück auf die Insel und zeigte es. Alle lachten: sie hatte das „R“ vergessen. SOY AMEICA LATINA steht jetzt da, in riesigen Lettern. So Typisch, Geld hat er natürlich wieder nicht.

Trotz seiner „aufregenden“ Art, war ich froh das er da war, nachdem Emil, Justus, Frida, Mike und Alexa abgereist waren. Ich freu mich schon ihn wieder zu treffen und zu hören, was ihm alles passiert ist.

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Ellen and Jonathan

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Unsre Khmer Jungs tragen die Koffer der Chinesen durch den Dschungel auf die andere Seite.

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Chris und ich auf der Fähre zum sunset Beach

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Kengh vor unserem Paradis

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Meine liebe Zia und ihr Mann, sie arbeitet im Office in Shianoukville

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Lina ist ein Engel, sie managed das Happa Garden Resort nebenan

Steak and Blowjob Day

… Die Revanche des Valentinstags. Am 15. März ist internationaler  „Steak and Blowjob Day“.

Wir machten ein fettes BBQ und holten uns leckeres Steak vom Festland.

Für die Blowjobs mussten wir uns noch was einfallen lassen. Es gibt einen Blowjob Shot, bestehend aus Kalua und Sahnelikör, mit Schlagsahne obendrauf. Getrunken wird er, indem man das Glas in den Mund nimmt, mit den Händen auf dem Rücken, Kopf in Nacken und schlucken. Also saßen die Jungs auf der einen Seite des Tisches und wir Mädels standen gegenüber, Jo gab ihnen Anweisungen wie in der Army. Als sie gerade  alle ansetzten, spritzen wir ihnen Sprühfarbe ins Gesicht. Blowjob, mal umgekehrt. Hilarious!

Lucas: “ That was the worst BLOW JOB ever“!

Die Jungs und das Plankton

Unsere Insel ist der perfekte Ort für Plankton, wenn nicht gerade Vollmond ist. Man muss gar nicht weit rein ins Wasser und sieht es leuchten, wenn man seine Arme bewegt. Das wissen auch die Jungs, und Plankton zieht bei den Mädels. Also muss man nicht weiter kreativ sein, „Soll ich dir das Plankton zeigen“ reicht meist schon aus.

Lucas und unsere Franzosen von Huba Huba im Resort am Ende des Beachs sind meister darin.

Jetzt in der Trockenzeit, wenn wir kein Wasser mehr im Tank haben, stehen im Badezimmer riesen Eimer mit Salzwasser zum Eimer-Duschen bereit. Den Mädels, die nicht so geil sind, kann man jetzt  das Plankton auch dort im Eimer zeigen. Das wäre die billige Variante.

Bush-Bump-Accident mit Alexa. Oder „Warum liegt hier eigentlich Stroh?“

Ich war mit Alexa über Nacht auf dem Festland in Shianoukville, um ein paar Besorgungen zu machen. Abends gingen wir mit Ellen und Jonathan, die auch für den Dive Shop arbeiten, feiern. Als wir etwas betrunken zurück in unser Zimmer ins „Divers inn“ kamen, geschah Folgendes:

Ich ging nochmal zur Toilette, die Tür zum Zimmer lies ich einen Spalt offen, da ich mich mit Alexa unterhielt, die bereits im Bett lag. Ich hatte mein weißes Shirt an und nur noch Unterwäsche. Alexa, trug witziger Weiße auch ein weißes Shirt und schwarzen Slip.

Beste Voraussetzungen für eine urkomische Szene, wie ein billiger Porno im Stil „Warum liegt hier eigentlich Stroh?“ beginnt…

Im Badezimmer gab es kein Toilettenpapier, also nutze ich die Bush-Bump, eine kleine Duschbrause, die in Asien oft genutzt wird, um sich nach dem Toilettengang zu reinigen.

Die Brausen haben enormen Druck und der „Duschkopf“ löste sich vom Schlauch. Ich konnte ihn gar nicht richtig festhalten, das eiskalte Wasser spritze einfach im gewaltigen Schwall raus. Und ich klatschnass im weißen Shirt. Ich schrie nach Alexa, die sich vor Lachen auf dem Bett krümmte. Wie ein begossener Pudel versuchte die Brause wieder aufzuschrauben. Keine Chance allein. Alexa kam in ihrem knappen weißen Shirt zur Hilfe. Nun waren wir beide klatschnass bis auf die Nippel. Ich wünschte, wir hätten das auf Video. Das wäre der Anfang des billigsten Pornos ever. Zwei hilflose Mädels, nass von Kopf bis Fuß:“Was sollen wir den jetzt machen?“- „Hmm, vielleicht sollten wir den Klempner rufen!“ lachten wir.

Das war natürlich nicht nötig. Wir haben es dann doch noch geschafft. Sauwitzig war es trotzdem.

Armenier und ihre Nachbarn

An der Bar 42 saßen einige Leute verschiedener Nationalitäten. Witzigerweise heißt es ja immer gleich, wenn man sich mit Europäern unterhält „Oh schön, wir sind ja Nachbarn!“

Bei dem Typ aus Armenien war das anders. Er so: „Ich hab nur Sch***- Nachbarn, Aserbaidschan, Iran, Georgien, Türkei…“

Er meinte, jeder will einfach nur das Land verlassen, so toll ist die Stimmung. Und lachte: „Selbst am Flughafen ist ein Schild, der letzte der das Land verlässt, macht bitte das Licht aus!“ 🙂

Zwiebelrostbraten mit Semmelknödel- Island Style

Oh je, da hatte ich mir was eingebrockt. Ich wollte für meine Freunde am Sunset Beach kochen. Zwiebelrostbraten mit Semmelknödel und Biersoße, dazu Gurkensalat, sollte es geben. Dazu führ ich mit Alexa zum Shoppen auf den Markt nach Shianoukville aufs Festland.

Es dauerte nur einen halben Tag, bis wir alles zusammen hatten. Ich kochte für 20 Personen.

Ich war am Vormittag mit Mike tauchen. Es war sein vorletzter Arbeitstag und ich war froh, dass ich nochmal mit ihm tauchen gehen konnte, bevor er zurück nach Polen flog. Das Essen sollte mein „Dankeschön“ für die tolle Zeit an Alle sein.

Schon um 15 Uhr begann ich am Bartresen die Semmelknödel vorzubereiten, das Baguette in kleine Würfel zu schneiden, Petersilie zu haken, die 3 Kilo Zwiebeln und 3 Kilo Gurken zu schneiden. Alles lief erstmal gut. Ich hatte nach dem Tauchen noch keine Zeit zu Duschen, war mir aber sicher, das dafür später Zeit finden würde.

Ich setze die Soße an, warf dazu Sellerie, Karotten, Petersilie und Zwiebeln in den Mixer und kochte es mit Bier auf. Soweit so gut, ich stand in der winzigen Personalküche, unter mir kochte auf einer kleinen Gaskocherplatte das Curry für die Khymer. Eine Affenhitze. Ich setzte das Wasser für die Knödel auf und beschloss in der Zwischenzeit zu Duschen. Mit meinen Sachen bewaffnet, ging ich unter die Dusche. Es war mittlerweile schon dunkel, doch wir hatten glücklicherweise Strom. Ich packte mir eine dicke Ladung Shampoo auf meine Haare, und als ich eingeseift da stand  gab es nur noch wenige Tropfen Wasser. Wassertank alle. Ich wickelte mich mit Schaum auf dem Kopf in ein Handtuch und ging in die Küche, um in meine Töpfe zu schauen, ob alles in Ordnung ist.  Stromausfall. Von Kopf bis Fuß eingeseift, ins Handtuch gewickelt, rührte ich im Dunklen in meinen Töpfen. Der große Tisch war bereits für alle gedeckt. Das Fleisch und die Zwiebeln musste ich in einer anderen Küche der Insel zubereiten, weil in der Staffküche nur 2 kleine Platten sind. Dann ging´s los, Platzregen. Wir mussten umziehen, unter das Balkondach der Dorms.

Immer noch im Handtuch rannte ich in der Dunkelheit bei strömenden Regen abwechselnd von der einen zur anderen Küche, versuchte den Essensplatz umzudisponieren, das Essen nicht anbrennen zu lassen und dabei nicht auf die Fresse zu fliegen. Zumindest war das Shampoo-Problem durch den Regen geregelt.

Es war ein wunderbarer Aben mit viel Vodka und allen hats geschmeckt. Ich war fix und alle nach der Kochaktion-ob ich das so schnell wieder mache, weiss ich noch nicht.

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Geh doch dahin wo der Pfeffer wächst- Teil 1 (Frida)

Wochenendausflug nach Kampot.

Kampot ist eine kleine schnucklige Stadt 2 Busstunden von Shioanoukville entfernt.

Ich war im Nhaga House untergekommen, die hatten ein günstiges Dorm am Fluss.

Dort lernte ich glücklicherweise Frida kennen. Ein Mädel aus Berlin. Frida ist sehr tiefgründig und die Gespräche mit ihr keineswegs oberflächlich. Und ich mochte ihre witzige Art.

Ich wollte mir für den nächsten Tag einen Roller mieten und die Umgebung abfahren, nach Kep runter und die Pfefferplantagen anschauen. Dummerweise hatte ich meinen Reisepass in Shianoukville zur Visaverlängerung abgegeben. Da war nichts mit Roller leihen ohne Pass. David, ein Italiener im Dorm, hatte den gleichen Plan für den nächsten Tag und bot mir an mich hinten drauf mit zu nehmen.

Ich liebe den Kampott-Pfeffer. Ich glaube ich habe ca 200 g pur gegessen. Sotys Pepperfarm hat ein Restaurant und ich teilte mir mit David „Prawns on Pepper“. Von dort hatte man einen herrlichen Ausblick über die Farm und konnte bis zum Meer sehen. Die Schrimps kamen auf einem Berg von grünem Pfeffer. Ich hab ihn gegessen. Als Soty den Teller abräumte meinte er nur, „Eigentlich ist der Pfeffer Dekoration.“

Wir besichtigten auf dem Rückweg noch die „White Elefant Cave“. Eine gigantische Höhle voll mit Fledermäusen. Der Stein am Eingang hat die Form eines Elefanten, daher der Name.

Kampots Umgebung ist fantastisch und Kampot definitiv eine meiner Lieblingsstädte in Kambodscha.

Man sollte sich dort einen Roller mieten, den National Park ansehen, einen Kaffee im „Led Zep“ Rock´n´Roll Cafe dort gönnen, die Pfefferplantagen ansehen und zur Bokar Hill Station fahren und die Aussicht geniesen, den verückten Nightmarket besuchen und sich Cinnemon-Rolls in der Bäckerei an der Ecke des Old-Markets holen.

Mit Alexa kam ich Wochen später nochmal hierher zurück.

Ich führ mit Frida am übernächsten Tag zurück Richtung Shianoukville. Sie wollte zum Otresbeach. Ich zurück auf meine Insel. Ich erzählte ihr von Sunset Beach und 2 Tage später kam sie mit ihrem Backpack durch den Dschungel an die Bar 42. Auch sie wollte nur ein paar Tage bleiben. Endete jedoch wie ich als Volunteer, malte Schilder und das Barmenü. Letztendlich versackte sie mit mir dort einen Monat. Der Ort ist magisch. Einfach so gehen fällt schwer. Manchmal gingen wir aus, und gingen auf „Kneipentour in eine der Bars nebenan. Es gibt nur 3.

Geh doch dahin wo der Pfeffer wächst -Teil 2 (Alexa)

Phnom Penh

Warum heisst Phnom Penh Phnom Penh – Meine Theorie dazu.

In Shianoukville gibt es an jeder Ecke Sonnenbrillenverkäufer. Einer nach dem Anderen kommt hier an deinen Tisch und möchte dir Eine andrehen. In Phnom Penh sind es Kugelschreiber. Deshalb Phnom PENh. Könnte sein, oder? 🙂

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Die typischen Tuk Tuks in Kambodscha

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Ich steh auf Nudelsuppe und Streetfood

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In den Strassen von Phnom Penh

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Wohin in Phnom Penh? :

 

Shopping und Streetfood 

Phnom Penh Night Market (Riverside 106)

Russian Market-> hier gibt’s ALLES

Central Market Phnom Penh

Kleine Supermärkte und Kiosks an jeder Ecke

Gute Aussicht:

Vom Hotel „Point“ am Tonle Sap River hat man einen 360 Grad Blick über die Stadt.

Sieht fancy und posh aus, das Bier kostet trotzdem nur einen Dollar.

Kunst und Kultur:

META House  37 Samdach Sothearos Blvd (3) : Guter Ort für Kunstausstellungen, Konzerte und Sprachunterricht

The Empire – Movie House Street 130/5 : Kleines gemütliches Kino, mit Restaurant und Bar. Gegessen werden kann im Kinosaal. Das Kino zeigt täglich „The Killing Fields“- empfiehlt sich vor einem Besuch der Killing Fields anzusehen.

Choeung Ek/ Killing Fields + S21: Geschichte von Kambodscha (Pflichtprogramm)

The Chinese House (45 Preah Sisowath Quay/84 ): Etwas teurer in Getränkepreise, dafür sind die Konzerte meist umsonst.

Bars:

Garage Bar /Diver-Rock´n´Roll Bar

Oscars Bar (Live Music jeden Tag)

Salty Dog (Street 172) Tatoo Bar

The Irish Place (St 110/119 Sangkat Wat)

Guter Kaffee:

Feel Good Cafe (Oknha In Street 136)#

Unterkunft:

Golden Home 172 nähe Riverside

The Base Villa im Centrum

Danke Mum, für die Taekwondo-Stunden

Mein zweiter Tag in Phnom Pen

Ich ging zum Fluss Tonle Salap legte mich auf eine Bank. Meinen Rucksack nutze ich als Kopfkissen. Ich kaufte mir in Kampot ein neues Handy, da mein I Phone trotz mehrfacher Reparatur nicht ging.(Deshalb leider die schleckte Fotoqualität)

Als ich so da lag und mit dem Handy spielte, kam plötzlich ein junger Kerl von hinten, riss es mir aus der Hand und rannte davon.

Ich sprang auf und rannte ihm hinterher. Ich wusste nicht, dass ich so schnell rennen konnte. Schreien konnte ich erst nach wenigen Sekunden. Bei den ersten Versuchen fehlte die Stimme. Ich konnte ihn einholen, packte ich am Arm, holte aus. Mitten in die Fresse, Ich glaube ich habe ihm die Nase gebrochen. Er blutete. Hielt aber immer noch mein Telefon fest. Ich fragte ob ich mein Telefon wieder haben könnte. Das reichte ihm wohl nicht.  Ich trat ihm in die Eier, mehrfach. Er krümmte sich zu Boden und wehrte sich nicht mehr. Er streckte mir das Handy entgegen und ich so: „Sorry- but it´s a new one.“  Ich war ganz perplex über meine Reaktion. Mit einen „Sorry Dude“ schnappte ich mir mein Handy und rannte zurück. Die Idioten-Touristen auf der gegenüberliegenden Straßenseite klatschten und schrien „Well done, good Job“. Jeder hats gesehen, keiner geholfen.

Ich hab alles wieder. Go to hell – Fucking bastard. -Und ihr Klatscher gleich mit.

Volunteer als Popcornverkäuferin in Phnom Penh

2 Wochen Festland in Phnom Penh. Da Alexa mit mir den Großteil ihres Urlaubs auf der Insel verbracht hat, besuchten wir noch Kampot und ich fuhr mit ihr zurück nach Phnom Penh. Von dort flog sie nach Hause. Ich hatte mich vor 3 Monaten in einer Schule in Siam Reap und Kratie beworben, bevor ich auf die Insel ging. Ich ging ja davon aus nur ein paar Tage zu bleiben. Jetzt einige Wochen später, da ich wieder Internet hatte,  wollte ich mal wissen was daraus geworden ist und schrieb eine E-Mail. Ich wollte definitiv zurück auf die Insel. Ich schaute auf meinem HelpX Profil und entdeckte ein Volunteer-Angebot für Phnom Penh. „Popcornverkäuferin im Kino“ . Fand ich gut. Ich schrieb Kevin vom Inserat an und konnte am nächsten Tag anfangen. Und ganz ehrlich? Ich habe keinen blassen Schimmer, wozu er mich hier braucht. Ich habe in 10 Tagen 2 Bier, 3 Eintrittskarten und 1 x Popcorn verkauft. Wir stehen zu fünft hinter diesem Minitresen, pro Film kommen gerade mal 3 Leute im Schnitt. Wir verbringen den Tag damit im Handy rumzuspielen und aufzupassen, dass der Andere dir nicht auf die Füße trampelt.

Kevin und die anderen sind cool. Er hat mir am ersten Abend gleich eine Roof  Top Bar gezeigt, die einen schönen Blick über die gesamte Stadt bietet. Sieht edel aus, gibt aber Bier für einen Dollar.

Ich hab hier eine Mahlzeit am Tag frei, darf mir alle Filme ansehen, mir Samstag was von der Menükarte wählen, wir Volunteers haben einen eigenen Bierkühlschrank und ich hab ein eigenes Zimmer mit Balkon. Endlich Steak.

Das Kino ist klein und gemütlich mit Matratzen und Kissen am Boden. Für 3,50 Dollar kann man hier den ganzen Tag alle Filme sehen und sich was zu essen mit hoch nehmen. Der erste Film ist immer Killing Fields. Es lohnt sich definitiv den Film zu schauen, bevor man dort hin fährt. Ich war vor 6 Jahren schon mal hier und hab die Fields besucht, die Geschichten würden ganz schön gekürzt seither. Daher bietet der Film einen guten Background.

Don´t think I´ve forgotten about Cambodians lost Rock´n ´Roll.

Es lohnt sich auch, sich mit der kambodschanischen Musikgeschichte auseinander zu setzen. Während bei den östlichen Nachbarn der Vietnam-Krieg wütete, entstand in Kambodscha in den 1960er- und frühen 70er-Jahre eine einzigartige Musikszene: Die Jugend tanzte in Phnom Penh zu eigenem Rock’n’Roll. Bis die Roten Khmer kamen und einen grossteil der Bevölkerung auslöschten.

Die kambodschanische Band Baksei Cham Krong.

Die kambodschanische Band Baksei Cham Krong.

Es sind die typischen Beats. Und doch klingt dieser Rock’n’Roll ganz anders. Die Stimmfarben sind andere, die Instrumente teilweise auch und die Sprache ist Khmer. In den 1960er- und frühen 70er-Jahre entstand hier ganz eigener Rock’n’Roll.

Die Band „The Cambodian Space Project“ lehnt an die Zeit und versucht den Rock´n´Roll zurück ins Land zu bringen. Ich hab sie in Phnom Penh und im Otres Market gesehen und gefeiert. Eine Mischung aus dem typischen Rock´n´Roll, Psychodellic, surf, Reggae, Dub mit Khymer Gesang. Einzigartig, Die Band tourt gerade durchs Land und gibt kostenlose Konzerte.

Phnom Penh ist auf den ersten Blick eine Stadt mit System. Die Strassen haben Nummern. Nur leider nicht geordnet, so folgt auf Strasse nummer 5 die Strasse 172 oder 38. Sinn macht das nicht. Wäre ich „Strassennamenbeauftragte“ hier, würde ich sie entweder nach 1,2,3,4… sortieren, oder noch einfacher in „Popcorn-Street“, „Printer-Street“, „Laundary-Street“ usw. umbenennen. Das macht hier Sinn. Sucht man in Phnom Penh nämlich einen Kopie-Shop, findet man weit und breit keinen, hat man dann einen gefunden, sind in dieser Strasse alle Kopie-Shops der Stadt nebeneinander. Hat man Lust auf Popcorn, gibt es eine passende Strasse, an der sich die Popcornverkäufer angesiedelt haben, die Eisstrasse ist gleich daneben. Kambodschanische Ordnung muss sein.

Tinder funktioniert auch in Kambodscha…

…. allerdings nutze ichs hier um mich mit Leuten auf ein Bier zu treffen.

Angeschalten, 3 mal links, einmal rechts gewischt, hat man sofort einen Bierbuddy.

So traff ich Sam. Sam ist Finne und seit ein paar Jahren in Phnom Penh, süsse 25, Skatebortlehrer und Tatoowierer.

Er hat mich nach Feierabend vom Moviehouse mit seinem Roller abgeholt und wir gingen in die Oscarbar. Dort ist jeden Abend Live Music und ich war bereits einen Abend zuvor da. Es ist wie viele Orte an der Riverside eine Ladysbar. Viele der Mädels hab ich am Abend zuvor kennengelernt. Wir haben uns über die ekligen Fettsäcke unterhalten, die sich ganz gross fühlen, wenn sie sich hier für 8 Dollar 2 Mädels gleichzeitig leisten können. Die Mädels haben meist Kinder zu Hause und verdienen einfach viel mehr hier, als wenn sie den ganzen Tag in einer Suppenküche arbeiten. Traurig aber wahr.

Mit Sam war es superwitzig. Ein Bier folgte dem anderen und wir beschlossen am nächsten Tag Schlittschuhlaufen zu gehen. Tatsächlich hat Phnom Penh eine „Eiskunstlaufhalle“.

Ich war noch immer traurig, über Mikes Abreise, Sam brachte mich auf andere Gedanken. Darin sind die Sams wohl gut drin.

Wir waren natürlich nicht Schlittschuhfahren, verkatert ging ich am nächsten Tag zum Arbeiten, danach holte mich Sam wieder ab. Warum ich für Kost und Logie dort gearbeitet habe, weiss ich nicht. Übernachtet habe ich bei meinem kleinen Skateboarder.

Nach Phnom Penh kehte ich nochmal für einen Monat auf die Insel zurück. Der Abschied danach viel schwer, aber irgendwie war es auch Zeit für Neues.

Ich hatte hier eine einzigartige Zeit mit ganz tollen Menschen und einigen „rong Island Iceteas“.

Alex und ich feierten noch gemeinsam Abschied, auch für ihn war nach einigen Monaten hier als DiveInstructor das Ende gekommen.

Einige unserer Freunde von der Insel kamen mit uns aufs Festland um den letzten Abend in der Elemento Bar mit uns zu feiern. Das machte den Abschied nicht leichter.

Danke an Alle für die schöne Zeit.

Kampong Cham

Es war mittlerweile April. Für Januar hatte ich mich in der Schule in Kratie beworben und meinen Start dort mehrmals verschoben.

Nochmal ging nicht. Ich hatte mit Mr. Rith von der „Kratie English School“ ausgemacht, das ich am 8. April letztendlich dort sein werde.

Kampong Cham lag auf dem Weg.

Es ist eine Stadt am Mekong, die bekannt ist für seine 800 Meter lange Bambusbrücke, die in der Trockenzeit auf eine Insel im Mekong führt. In der Regenzeit wird diese abgebaut. 40 % des Materials können in der nächsten Sassion nur wieder verwendet werden. Die Brücke wird sogar zweispurig von Autos befahren, bisschen wacklig ist das schon.

Die Stadt hat Charme und ist noch nicht überflutet von Tourismus. Bis auf die Brücke und den Mekong bietet sie aber auch nichts Besonderes.

Zwei Nächte verbrachte ich af der Mekong Insel. Das Hostel hiess Mekong Bamboo Hut.

Geschlafen wird hier in Hängematten für 3 Dollar die Nacht. Mit „Hut““ hatte das nicht viel zu tun.

Ich merkte mal wieder, dass ich für Backpacking langsam zu alt werde. Als ich meinen Backpack über die Brücke trug fiel mir das ein weiteres Mal auf, als ich die erste Nacht in der Hängematte schlief, fühlte ich mich ganz schön alt.

Das Hostel war von Franzosen geführt. Und genau das war der Haken, an diesem eigentlich schönen Örtchen.

Franzosen scheinen einen Franzosenradar zu haben, damit sie sich finden und alle zusammen an einem Ort sein können- damit sich ja nicht auf Englisch unterhalten müssen.

Das Hostel war durch die Brücke ganz schön weit vom Zentrum entfernt.

Abends war man hier „gefangen“. Erst klang das ganz nett. Max, der das Hostel leitete, lud mich zur „Movie-Night“ ein. Alle bestellten Pizza. Sie hatten eine Leinwand aufgebaut. Und dann, der Film in französisch, mit französischen Subtitles. Das 5 Leute am Tisch sassen, die keine Franzosen waren und das wir hier nicht in Frankreich ware,  interessierte nicht.

Auch nicht am nächsten Abend beim Französischen Pub-Quiz.

Franzosen….Tsss, da fällt mir nix zu ein.

Kratie- meine Zeit in der „Kratie English School“

Kratie. Eine kleine schnucklige Stadt am Mekong im Osten des Landes. Bisher ist die Stadt noch recht unbesucht von Touristen. Wahrscheinlich macht genau das den Charme der Stadt aus.

Hier fing ich an, die Kinder des Ortes und die Mönche in Englisch zu unterrichten.

Jetzt Monate später, nach zig Verschiebungen. Kam ich hier an. Die erste Nacht blieb ich im Balcony Hostel für 3 Dollar die Nacht. Ich schrieb Mr. Rith, den Leiter der Schule an, dass ich jetzt endgültig da sei und ich sollte um 10h am nächsten Tag anfangen. Alles war recht unkompliziert. Ich mietete mir an der Riverside ein Fahrrad für die nächste Woche und führ los zu meiner neuen Arbeitsstelle.

Meine Aufgabe war es die Kids der Stadt zu unterrichten in Level Basic 2 von 1-2h. Und Nachmittags die Mönche in der Pagoda. Wir hatten 5 Volunteers zu diesem Zeitpunkt und alle waren neu.

Die Schüler wurden in 3 Klassen unterteilt, Basic 1, Basic 2 und Intermediate. Die kleinsten und die Fortgeschrittensten hatten je 2 Lehrer, ich hatte meine Klasse alleine. Die Mönche am Nachmittag waren in Basic und Intermediate unterteilt, daher waren wir dort zu dritt am unterrichten. Zum Glück, da die Klasse aus 35 Mönchen im Alter von 12-25 waren.

Ich dachte erst, ich bin zu einer richtig beschissenen Zeit angekommen, da ein paar Tage später bereits „Khymer New Years“ in Cambodia war und somit Schulferien.

Aber eigentlich war das genial.

Wir gingen gleich am ersten Tag als ich ankam (ein Samstag) in die Pagoda und stellten uns beim „Leader Monk“ vor. Irgendwie war ich nervös, ich war mit den buddhistischen Regeln wenig vertraut. Ich hatte etwas Respekt davor, mich unabsichtlich daneben zu benehmen oder Dinge zu tun, die hier als respektlos gelten.

Knie und Schultern mussten wie in jedem Tempel bedeckt sein. Ich war ziemlich froh über meine Jogginghose. die einzige lange Hose die ich mithatte. Und meine Shirts vom Dive-Shop, die wenigstens etwas die Schultern bedeckten. Und das in der Affenhitze.

In der Pagoda

Leader Monk is a Legend.

Ich hab mir Mönche und vor allen den obersten Mönch so viel anders vorgestellt.

Ich sag euch mal wie. Also, Mönche auf dem Rücksitz eines Rollers mit Handy in der Hand sind mir nichts Neues, das hab ich schon öfter hier gesehen und ist kein Neues, aber immer noch seltsamens Bild.

Er war gleich so: „Setzt euch doch hier her zu mir“. Ich hatte gehört, die Füsse dürfen nicht in Richtung Buddha zeigen, und er nur „macht es euch gemütlich, dass mit den Füssen nehmen wir nicht so genau. Das ist nicht bequem.“

Moun Soken – Leader Monk der Pagoda

Wir brachten Essen mit, eine Gabe an Buddha, er reichte uns einen Teller, dort sollten wir es drauflegen. Er betete und segnete es, dann stellte er es zur Seite und lachte: „Die Kekse sind für mich!“

Die Mönche essen ihre letzte Mahlzeit um 11.30h vormittags, danach wird nur noch gebetet, meditiert, gelehrt und gelernt.

Doch so ernst wie das klingt, geht es nicht zu. Klar, sie halten sich an die Regeln Buddhas (mit wenigen Ausnahmen zumindest), aber es wird hier auch sehr viel gelacht und der Leader Monk hat einen grossartigen Humor.

Wir dürften soviel miterleben. Moun (der Leader Monk) lud uns zu den Feierlichkeiten vom kambodschanischen Neujahr in die Pagoda ein.

Es gab diesen Neujahrssong. Rom jes, was soviel heisst wie „Dance like this“. Dazu gibt es einen speziellen Tanz. Deen hat man relativ schnell drauf. Arme nach links oben, rechts unten, wieder hoch wieder runter und in den Zeilen dazwischen einfach durchdrehen.

Im Hof der Pagoda war es ziemlich still als wir ankamen. Moun stand am DJ Pult ( ein witziges Bild, wenn ein Mönch mischt) und sagte, tanzt mal und macht Stimmung hier, es ist noch etwas langweilig.

Gesagt getan, er drehte „Rom jes“ auf, wir tanzten. Es dauerte nicht lange und all die Kinder kamen angerannt und tanzten mit uns. Ich war fix und alle in der Hitze mit meinen langen Klamotten und zig Kindern auf dem Rücken.

Die Mönche durfen leider weder tanzen, noch spielen noch singen. Was ich ganz schön krass finde, wenn man bedenkt, das manche davon noch Kinder sind. Also sassen meine Mönchschüler in der Ecke und schauten uns zu und freuten sich, dass wir tanzten.

Einmal spielten wir heimlich Fussball oben bei ihnen in den Räumen über dem Klassenraum. Dort lag ein alter Ball. Und ich fragte ob sie hier spielen. Sie sagten, „Ja hier sieht es niemand.“ Also spielten wir. Die Monks lieben Fussball, vorallem FC Barcelona und Bayern München. Real Madrid finden sie scheiße.  Sie sind grosse Fans von Iniesta, Neymar und Müller. Das ich aus Bayern kam, fanden sie richtig gut. Der Unterricht musste immer etwas mit Fussball zu tun haben, also bereitete ich Texte über ein Fussballspiel vor, ein Fussball Bingo, usw.

Wir wurden zu verschiedenen Festen eingeladen, unter anderem zu einer kambodschanischen Hochzeit, ein paar „Gartenpartys“, zu den Neujahrsfeiern in anderen Pagodas in Kratie und ins Elternhaus des Leader Monks.

Die anderen Schüler unterrichtete ich in Mr. Riths zuhause. Er hatte im Innenhof einige Schulbänke aufgebaut. Ursprünglich wollte ich zum Thema „Müll in den Ozeanen“ und über das „Plastik-Problem“ unterrichten. Dazu war ihr Englisch leider noch zu schlecht und ich musste das vorbereitete Level ganz schön runtersetzen.

Ich ging auf den Markt und kaufte Obst und Gemüse. Dann probierten wir alles durch und sie mussten sie beschreiben. Ganz simpel: „Das ist eine Chilli. Die Chilli ist rot. Ich mag Chilli nicht, weil sie scharf ist…“

Die Kinder und ich hatten ziemlich Spaß dabei.

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Mit den Mönchen beim Gebet nach der Meditation.

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Meine Mönche im Unterricht

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Der kleine ist mein Lieblingsmönch. So unfähr das wir die als Frauen nicht knuddeln dürfen.

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Javi rechts von mirphi-1472

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Als wir gingen durften wir nochmal an den Gebeten und bei der Meditation teilnehmen. Wir durften ganz vorne neben dem Leader Monk sitzen und er segnete uns für unsere Weiterreise. Ich glaube, was wir dort erleben durften ist und bleibt einzigartig.

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Was sonst in Kratie?

Wer in Kratie ist, sollte unbedingt auf die Mekong Insel Koh Trong. Vom Pier aus geht ein kleines Schiff rüber. Wir hatten uns Fahrräder geliehen. Kann man aber auch vor Ort. Um die Insel fährt man 9 km durch Bananenpalmen, Mangobäume und Pomelobäume. Die Insel und der Fahrradweg ist ein Traum und für mich der schönste Ort in Kratie.

Auch lohnt es sich durch die Märkte von Kratie zu schlendern.

Schulferien in Mondulkiri – Kambodschas wilder Osten.

Überall Bullen, und Schweine.

Wir Lehrer hatten also Schulferien wegen Khymer New Year. Ein paar fuhren nach PhnomPenh, ich ging mit Javi, John und Roberto nach Mondulkiri, eine kleine Provinz in Kambodschas Wildem Osten.

Hier sollte es einige Wasserfälle geben, Die Jungs wollten Elefanten baden gehen.

Robertos Bekannte empfohl uns ein günstiges Hostel, für 2 Dollar das Dormbett. Einziger Haken, der Besitzer sollte etwas touchy sein. Ich dachte mir so, ich bin ganz gut im „Nein“ sagen und boxen auch.

In Mondulkiri angekommen sahen wir innerhalb Sekunden aus wie Indianer. Von Kopf bis Fuss mit dem roten Dreck vom Boden eingestaubt. Uberall wehte es wie wild tausender gelber Schmetterlinge und Müll durch die Luft. Der Wind war heftig. Das es im Osten kühler war, davor wurde uns gewarnt. Aber was sollte denn dieser Scheisswind?

Und dann, hui, rauschte er vorbei, mein erster TORNADO! Grossartig. Hab noch nie sowas gesehen, ein abartiger Wirbelsturm huschte durch die Strassen und schleuderte den Müll in die Luft. Wie geil das aussah. Hätte nie gedacht das ich das mal live und nur aus wenigen Metern Entfernung sehen kann.

Wir gingen in dieses Schnäppchen-Hostel. Und mir war sofort klar, was das Mädel meinte. Ein Kombodschanischer Don Juan mit einer Überdosis Gel im Haar, behangen mit Hippieschmuck begrüsste uns mit „Hola Chickas!“

Komm ich ja nicht so gut drauf klar. Egal, wir wollten hier nur pennen.

Die Jungs buchten für den nächsten Tag ihren Ausflug zu den Elefanten, wir Mädels liehen uns im Bamboo Cafe einen Roller um zu den Wasserfällen zu fahren.

Als wir am nächsten Tag los wollten, war mein Roller weg. Ich fragte den schmierigen Typen, ob er wüsste wo er sei. Und er nur so: „Der Rote? Ja, den hab ich verliehen. „Wie bitte, was? Wie kommst du dazu, den Roller zu verleihen, den ich woanderst geliehen habe? – Geht´s noch?“ Und er nur so „Chill dich mal, dann nimmst halt Meinen. Hab ich wohl verwechselt, ich versteh dein Problem gar nicht. Kannst ja heut Abend wieder tauschen.“

Der Typ war einfach zu dumm um zu diskutieren oder ihm mein Problem zu vermitteln, das ich dafür mit meinem Reisepass hafte.

Sein Roller hatte einen leeren Tank. Ich wollte einen Vollen, schliesslich war der Andere auch voll. Er warf mir 2 Dollar entgegen. „Willst du mich verarschen? 2 Dollar für einen vollen Tank?“  Er war der Meinung das reicht. Ich der Meinung, es ist verschwendete Zeit. Ich hatte ja immerhin noch nicht die Nächte gezahlt. Dann wird das eben anders gelöst. Spast.

Kopfhörer ins Ohr, Jack Johnson an und los gings mit dem Roller durch die Stassen des Ostens. Die Wasserfälle waren alle leider super zugemüllt und überfüllt.

Deshalb machten wir eine Kaffeetour,schauten uns die Plantagen an und fuhren einfach drauf los. Machten Halt wo es uns gefiel. Die Stassen, die Landschaft, die Musik, der Wind um die Nase… Ein perfektes Freiheitsgefühl. Nur die sämtlichen Schmetterlinge die beim Fahren am Visir zerschmetterten störten etwas.

Abends bekam ich meinen eigentlichen Roller zurück. Natürlich auch mit leerem Tank.

Ich bat ihn, den Tank zu füllen, er meinte, er hätte mir 2 Dollar gegeben. Ich füllte ihn selbst und meinte ich hätte 8 Dollar für beide Tanks gezahlt. Interessierte den Trottel nicht. Mich auch nicht mehr.

Als ich auscheckte bezahlte ich nur für 2 der 3 Nächte. „Ich hab die 2 Dollar für den Sprit abgezogen.“ Nun waren wir quit. Sah er anders. Als wir die Roller im Cafe abgaben und beim Frühstücken auf den Bus warteten, der uns zurück in die Schule nach Kratie bringen sollte, tippte mir, als ich gerade in mein Frühstücksbaguette biß, ein Polizist von hinten auf die Schulter.

Daneben der Trottel.

Der kleine Mann in Uniform:“This guy very angry, you owe him 2 Dollars.“

Ich schluckte meinen Bissen runter, und erwiderte: „Völliger Schmarn, I´m very angry, this guy stole my Motorbike, gave it back without any petrol. He owe me 2 Dollar, I owe him 2 Dollar, we are even.“

Das Mädel, das im Cafe arbeitete, in dem wir auch die Roller geliehen hatten, kam dazu und ich erklärte ihr und dem uniformierten Mann die Situation. Sie stinksauer, „was ihm denn einfiele, ihren Roller zu verleihen.“ Der Polizist sagte gar nichts. Der Trottel schrie nur wie wild. „Arrest this fucking bitch- she didn´t pay the night“.

Alter! Ich diskutierte darüber nicht mehr. Der Polizei war es offensichtlich auch zu doof.

Der Bus war da. Wir gingen hin, wollten einsteigen und der Typ shrie den Busfahrer an, er sollte ohne uns fahren. Der Bus fuhr wieder. Die Dame vom Cafe rief den Bus zurück, der typ sagte er sollte wieder los fahren. Dann kam seine Freundin und der oberste Polizeichef. Jetzt wurde es aber wirklich lächerlich. Er befragte mich und sagte dann nur: „Wegen 2 Dollar und diesem Idiot bin ich jetzt aufgestanden?“ „Ich hab sie nicht gerufen.“ Und er gab ihm die 2 Dollar aus seiner Tasche. Was machte Mr Kollerik? Zerriss den Schein vor den Bullen, stieg bei seiner Freundin aufs Motorrad und fuhr davon.

Eins liegt mir noch am Herzen…

Genug über Kambodscha gesabbelt und alles kann man auch gar nicht nieder schreiben. Was mir aber noch am Herzen liegt, ist ein kleiner Hinweis zur Freiwilligenarbeit.

Nicht immer ist Freiwilligenarbeit was Gutes für Land und Leute. Wenn ihr dafür zahlen sollt, in einem Waisenhaus zu arbeiten oder zu unterrichten oder irgendwo zu helfen ist was faul.

Oft sind die Kinder gar nicht waise und werden von ihren Eltern gerissen, damit Freiwillige zahlen und meinen etwas Gutes zu tun. Genau das Gegenteil ist der Fall. Also bitte Finger weg von Stellen, bei denen ihr zahlt um zu helfen. Das ist keine Hilfe.

Und wenn ihr euch fragt, warum jeder einfach so unterrichten darf.Ganz einfach, weil es zum Teil keine Lehrkräfte gibt und Englisch von den wenigsten gesprochen wird. Klar ist es das Ziel, das die eigenen Leute das übernehmen, Aber mit nur wenigen Wörtern Englisch ist das nicht möglich zu unterrichten. Also muss man Hilfe zur Selbsthilfe anbieten und die Basis bilden, damit sie eines Tages das selbst übernehmen können. Viele können sich teure Schulen nicht leisten, Bildung ist ein Privileg und nicht selbstverständlich.

Aber bitte, wählt eure Freiwilligenstellen mit Bedacht, nicht immer ist Hilfe Hilfe.

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